Dinge, die einem das Wochenende vermiesen …

– In meiner Stammkneipe behauptete jemand zu vorgerückter Stunde, ich würde wie Michael Skibbe aussehen. Mit anderen Worten ich erscheine wie der perfekte Langweiler.

– Anzahl der privaten Anrufe seit Freitag: 2 (und einer davon am Samstag Abend um 23 Uhr von meiner Mutter )

– S-Bahnpendelverkehr

– Gewichtszunahme (kann doch wirklich nicht an all den Imbissen zu später Stunde liegen …)

– wenn der Kiosk meines Vertrauens mir den Kaffee-to-go partout ohne Deckel andrehen will, weil es Deckel erst wieder am Nachmittag gäbe …

– wenn man in einer SMS jemandem zu seinem neuen Job beglückwünschen möchte, aber den falschen ansimst …

Geschenk abgeliefert

So, mit etwas Verspätung hat die gute K. jetzt auch ihr Geburtstagsgeschenk im Original bekommen. Und freut sich ein Loch in den Bauch. Eine Überaschung war es aber nicht, denn den Gutschein dafür hatte St. ihr ja schon am Tag X überreicht. Wobei keiner der drei Personen, mit denen ich über den Abend gesprochen habe, richtig erbaut über den Verlauf gewesen waren.

War auch gut, dass ich nicht dagewesen bin. Tat mir zwar leid. aber ich hätte keine Garantie dafür abgeben können, dass ich in meiner Gemütsverfassung nicht die eine oder andere harte Spitze in Bezug auf S. losgelassen hätte. Und das wäre wohl dem Sinne einer fröhlichen Party diametral entgegengelaufen.

Habe dann nach dem nachgeholten Anstoßen die Karre lieber stehen gelassen. Aber eins muss ich echt sagen, Tram fahren macht gar keinen Spaß.

Und zu allem Überfluss bin ich heute morgen zur großen Erheiterung meiner allseits geschätzten Kollegen viel zu früh zum Dienst erschienen. Dabei hatte ich Spätdienst. Kommt davon, wenn man jede Woche an anderen Tagen frei hat und ständig zwischen Früh und Spät hin und herspringt. Nun ja, Dummheit muss bestraft werden …

Der stille Vorwurf

„Da bist du ja endlich.“ Der klassische Eröffnungssatz meines lieben Großtantchens, wenn ich mich dazu malm überwinde, sie anzurufen. Endlich, als ob sie ständig anruft. Zudem schwingt ja der Vorwurf nicht ganz zu unrecht mit drin, dass ich mich zu wenig melde (Vom Vorbeikommen wollen wir gar nicht erst anfangen …) Jedenfalls schafft sie es in 95% aller Fälle sich so zu melden.

Nun gut, Tantine ist zarte 87, nicht mehr ganz beweglich (zu ihrem großen Bedauern) aber hellwach im Kopf. Und ich, ich bin nun mal nicht der Typ, der ständig gerne quer durch unsere geliebte Republik klingelt.

Was soll ich denn auch groß erzählen? Es ändert sich ja doch nichts in meinem Leben. Und wenn nur zum Negativen. Was sie ohnehin schon weiß. Wer von meinen Cousins welche Frau über das Internet kennengelernt hat, finde ich da auch nicht so megaspannend …

Soll ich ihr jetzt die Tage vorzählen, seit denen ich widerwillig das Heer der Großstatdsingles vermehrt habe? Sind genau 99.

Und der Rest meiner Tage dreht sich nur um aufstehen, anziehen, losgehen und vermissen. Dazu noch funktionieren im Job. Sehr spannend. (Vorsicht, das war jetzt Ironie).

Und meinen Job, nun zudem hat sie als Antisportler keinen Zugang. Sie ist ein großer Verfechter der These, dass man jedem der 22 Kicker auf dem Rasen doch bitteschön einen eigenen Ball geben solle. Dann müssten sie sich nicht um den einen streiten …

Kann also – neben altbekannten Thesen zu meinen Eltern und ihrem nahezu in Stein gemeißeltem Satz, dass meine Mutter endlich mit dem Rauchen aufhören müsse (was stimmt, aber ich nicht ändern kann)-höchstens in ein allgemeines Lamentieren über den eiskalten Manchester-Liberalismus der die heutige Weltwirtschaft dominiert ausarten. Das sieht sie zwar ähnlich, kann es ja aber auch nicht ändern und ist zu ihrem großen Glück den Auswirkungen auch nicht mehr unterworfen.

Kurz und gut, ich telefoniere nicht so gerne. Und habe trotzdem dabei ein schlechtes Gewissen.

Kompromiss im Konflikt gesucht

Sechs Tage noch bis zum Tag X. Der Tag, an dem K. in ihren 30. Geburtstag reinfeiern will. Und immer noch sucht sie nach Wegen, wie sie uns beide, also sowohl S. als auch mich dabei haben kann.

Das beides nicht geht, hat sie eingesehen. Ich kann das einfach nicht.

Verzichten will K. aber auf keinen. Und schlug nun vor, dass erst S. kommt. Und später dann ich. Der Haken dabei: Sie hat ja erst um Mittternacht Geburtstag. Soll ich also wirklich bis weit nach Mitternacht warten, um dann hinzufahren? Habe dazu eigentlich keine Lust. Zumal ich auch am Sonntag arbeiten muss (wenn auch erst ab 10 Uhr).

Sonderlich zur Feierstimmung würde es auch nicht beitragen für S., dass sie sozusagen auf gepackten Koffern sitzen müsste, um dann flugs Platz zu schaffen für meine Wenigkeit.

Dass ich nicht kommen will, S. den Platz zum Feiern übrlasse, mag K. nicht akzeptieren. Sie insistiert auf dem Kompromiss und meint, es sei egoistisch von mir, wenn ich nicht kommen würde.

Konflikt weitet sich aus

Und nun? Jetzt hat meine/unsere gute Freundin K. ein Problem. Wen einladen zu ihrem 30. Wiegenfeste? Sie will es sich mit keinem von uns verderben. Ist ja ihr gutes Recht.

Mir fallen dazu nur DtH ein:

Irgendwann kommt für jeden mal der Tag,
an dem man sich entscheiden muss,
auf welcher Seite man im Leben ist,
auch wenn es noch so sehr weh tut.

Wanderwitz

Es gibt da einen politischen Witz aus der Zeit des Dritten Reiches. Ein Engländer stellt fest, dass die Deutschen drei Eigenschaften besitzen: sie seien intelligent, aufrichtig und nationalsozialistisch. Nur leider, so sein Bedauern, träfen immer nur zwei dieser drei Eigenschaften gleichzeitg zu.

Abgewandelt trifft der imho auch auf Frauen zu. Nur, dass man dann vier Eigenschaften nennen muss.

Frauen sind gut aussehend, intelligent, ehrlich und interessieren sich für Fußball.

Wenn sie aufrichtig ist, gut aussehend und intelligent, dann interessiert sie sich nicht für Fußball.

Wenn sie sich für Fußball interessiert, ehrlich ist und intelligent, dann sieht sie nicht gut aus.

Wenn sie gut aussieht, ehrlich ist und sich für Fußball interesiert, hat sie – vorsichtig ausgedrückt – die Weisheit nicht gerade mit Löfeln gefressen.

Wenn sie hübsch ist, clever und auch Fußball mag, dann ist sie leider nicht ehrlich …

Letzteres Exemplar war die Frau, die ich liebe. Tja, Künstlerpech …

End-Zeit

Neulich am Ostkreuz. Nachts so gegen 1.30 Uhr. Am Nebentisch in der Dönerbude zwei junge Frauen. Gesprächsfetzen klangen herüber. Sahen nett aus. Irgendwann landete ich auf ihre Aufforderung hin an ihrem Tisch. Schülerinnen wie sich dann leider bald herausstellte. Angehende Abiturientinnen. Eine klagte sehr darüber, dass ihre Eltern ihr nichts erlauben würden. Nun ja, schlanke 17 Jahre jung, aber nachts darauf warten, dass die erste S-Bahn wieder fährt. Passt irgendwie nicht ganz zusammen, fand ich. Und hätte ich meiner Tochter in so einem Alter wohl nicht erlaubt. Aber egal.

Genauso wenig passte ich dahin. Das heißt, ich hatte gepasst. Zumindest temporär. Zwei Stunden hat man sich recht gut unterhalten. War witzig. Bis die vermaledeite Altersfrage aufkam. Als ich mit der Vier als erster Zahl rausrücken musste, dauerte die Gesprächsrunde nicht mehr lang.

Altern ist Mist.

Jahrmarkt der Eitelkeiten

Und da sind wir wieder zurück im großen Jahrmarkt der Eitelkeiten, in der Stadt der „Millionen von Singles“. Der Stadt der unbegrenzten Möglichkeiten. Mit all ihren Versuchungen und Einflüsterungen.

Und endlich habe ich all die Freiheiten das zu tun, was eigentlich nie machen wollte. Rausgehen, Spaß haben, Leute kennen lernen. Nach Hause kommen wann man will. Und sich keine Vorwürfe anhören müssen, dass man vielleicht geschnarcht hat, weil man das eine oder andere Bierchen zu viel hatte. Man ist das alles anstrengend.

Immer das gleiche Spiel. Immer wieder von vorne anfangen. Immer wieder etwas neu aufbauen müssen. Also genau das, was ich nicht will. Von wegen Hermann Hesse und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne …

Und doch muss es ja irgendwie sein. Leider. Ganz alleine, ne, das geht nun wirklich nicht. Jedenfalls nicht auf Dauer.

Wenn man die Summe all dessen ist, was man im Leben erfahren oder gemacht hat, dann wäre ich lieber jemand anderes.