Ich hab‘ gewonnen

Wer kennt das nicht. Immer diese nervigen Popoups, in denen dir ein Audi A3 ein 1er BMW oder sonstwas versprochen wird. Von den blechernen Telefonanufen „Bitte bleiben Sie dran, wir haben eine wichtige Nachr …“ will ich da jetzt auch gar nicht groß anfangen. Schließlich kommt diese Stimme auch nicht weiter als bis zum dritten r. Alles sinnlose Zeitverschwendung und Datenauspionierung.

Umso größer meine Verwunderung, als eine SMS-Nachricht eines Frundes mit folgenden Worten begann: „Herzlichen Glückwusch – Sie sind der glückliche Gewinner eines “ Hilfe, was ist denn nun passiert? Jetzt auch hier? Handy gekapert, oder was?

Beim Umblättern des Displays entspannte sich meine Paranoia, weil die Fortsetzung gut war: “ Tellers Kartoffelsuppe in der Villa M …straße. Die Kelle klickt um 21 Uhr. Gruß aus der Küche.“

Humor ht er. Die Suppe hat dann – wenn auch zu noch späterer Stunde – zudem gemundet. Und im Wissen darum, dass man als glücklicher Gewinner schlecht ein Looser sein kann, lässt es sich doch viel herrlicher leben.

Begegnungen

Eigentlich war ich mal wieder in meine typische Morgenmuffelei vertieft unterwegs zur S-Bahn. Mir auf der Brücke entgegen kam eine nett aussehende Frau mit ihrem Sohnemann. Fast schon zu spät fiel mir ein, dass ich die Dame kannte. Es war Natscha Paulick. Manch einem ist die Schauspielerin noch aus der Du-darfst-Werbung („Wer ist eigentlich Paul“) bekannt.

Hinterherufen, ihr Gedächtnis bezüglich meiner Person auffrischen war eins. Hatten zuletzt Anfang Dezember in Köpenick gequatscht, als sie in der Freiheit 15 im Union-Theaterstück mitwirkte. Ihr Kommentar: „Das würde ich am liebsten immer spielen.“
Kurzes Gespräch, ob sie im F-hain wohnen würde. Musste aber nur ihren Lütten wegen Kita-Streik zur Oma bringen. Alles nur Small talk, aber trotzdem ein netter Beginn des Tages fand ich.

Endlich

ich habe ihn wieder. Meinen Laptop. Aber wichtiger noch: meinen Wohnungsschlüssel. Dafür – hat ja auch nur ein halbes Jahr gedauert 🙄 – bin ich dann extra nochmal zu ihr gefahren. Und dass man, respektive Frau, in der Zeit nicht dazu in der Lage war, ein paar Fotos von den CDs auf den eigenen PC zu brennen (oder wie das technisch richtig heißt) und diese gleich mit auszuhändigen, nun ja. Selbst ein T-Shirt war noch nicht gewaschen und soll nun erst nach erfolgter Endreinigung übergeben werden. :zz: Auf eine Tasse Tee und einen Plausch habe ich dann dankend verzichtet.

Es knallt

Böller überall. Es knallt, blitzt, donnert. Allgegenwärtig. Wie immer Stunden vor dem Ereignis. Das manche es nie abwarten können …

Manchmal muss man warten können. In meinem Fall sechs Jahre. Wobei ich nicht einmal weiß, ob sich dadurch etwas ändert. Am 11. September – dem 11. September – ist sie seinerzeit verschwunden auf die Insel. Auch eien S. Der Einfachheit nenne ich hier sie jetzt So. Damit nicht all zu viele Verwechselungen auftreten.

20 Jahre jung. Süß. Damals. Und diejenige, die das Fass zum Überlaufen gebracht hatte. Sie war nicht der Grund, aber der Anlass für die endgültige Trennung von J.

Aus den Augen verloren haben wir uns zwar nie seitdem. Aber die Wirklichkeit um uns rum hatte sich verändert. Auch wenn die Vertrautheit nie aufhörte.

Sie ist auch jetzt eine andere. Wo sie derzeit nicht weiß, wohin und wie. Und wieder einmal scheine ich nicht in ihr Leben zu pasen. Wie damals nicht.

Vielleicht sollte ich einfach zufrieden sein mit der vorletzten Nacht? Ein Abend wie im Rausch. Schön. Einzigartig. und das, wovon ich jahrelang geträumt hatte. Ich weiß es nicht.

Egal. Nicht denken, Nur weiter. Den Abend rumbringen. Wie so viele in den letzten Wochen. Und abwarten. Einfach nur abwarten

Du fehlst mir, Teil I

„Du fehlst mir.“ Hatte S. gesagt. Gleich zwei Mal. Einmal als nach vorherigem E-Mail-Verkehr zu völlig unpassender Zeit anrief. Sie wollte unbedingt am Datum xy in meine Wohnung und ihre letzten Sachen abholen. Und verstand so gar nicht, warum ich sie partout nicht allein in meiner Wohnung haben wollte. „Wieso willst du dabei sein?“, so ihre Frage per Mail. Und als ich den Termin ablehnte, weil ich da arbeiten musste, rief sie. Auf Handy zunächst. Da drückte sich sie weg. Passte halt gerade nicht, weil wir im Büro recht ausgelassen den Geburtstag eines Kollegen feierten. Dann versuchte sie es unmittelbar danach auf meiner Büro-Nr. Leider nahm ein Kollege ab. Und trotz des Trubels rund herum, ließ sie nicht locker. Hinweise auf die unpassende Gelegenheit wurden galant ignoriert. Sie könne nun mal nur am Datum xy usw usf. Und dann redete sie weiter, teilte mir mit, dass ich ihr fehlen würde. Langer Rede, Kurzer Sinn. Ich willigte ein, um meine Ruhe zu haben. Warum das auf einmal so eilig sei, nach rund viereinhalb Monaten leuchtete mir zwar nicht ein, muss es ja aber auch nicht …

Warum?

Ohnehin schon eine böse Frage. Diesmals traf sie mich unvermittelt. Ich im Auto, auf dem Rücksitz drei Miniweibsen – alle so sieben oder acht Jahre jung – unterhielten sich auf einmal darüber, wie schlimm es sei, für all die Scheidungsweisen in ihrer Klasse. Und vorneweg die Bunkine. XYZ hätte es doch gar nicht so schwer. Schließlich lebe der Vater ihrer besten Freundin in der Schweiz. Und ihr Papa erst – seit Jahren in Berlin (also nur knapp 15 km entfernt :.). Und als ich versuchte darauf hinzuweisen, dass wir uns fast jede Woche sehen, dass ihre Mama und ich uns gut verstehen würden, gab es eine knallharte Frage von ihrer besten Freundin: Warum seit ihr dann nicht mehr zusammen?

Was sagst du da?