Last Exit, Borissov

Wat ein schöner EC-Abend. Tolle Siege von Schalke und Dortmund – zumindest gefühlt -, dazu der 6:1-Lille-Hammer des Stern des Südens. Alle auf Achtelfinalkurs. Und doch alle nicht im Gleichschritt.

Denn während dem BVB ein Remis im Amsterdam reicht, um die K.o.-Phase zu schaffen, muss Schalke gewinnen, um aus eigener Kraft in die Runde der letzten 16 einzuziehen.

Und die Bayern? Die sind der einzige Klub aus dem deutschen Trio, der sich am 5. Spieltag der Champions League nicht selber eine Runde weiter schießen kann. Bate muss patzen, sonst kommt es zu einem Endspiel in München am letzten Spieltag (vorausgesetzt, dass Valencia Lille auch noch putzt).

So kurios es klingt, ist aber so. Selbst ein Sieg in Valencia wäre für das Weiterkommen keine Garantie. Man müsste am letzten Spieltag gegen die Weißrussen zu Hause mindestens remisieren.

Falls die Heynckes-Elf aber patzt, käme nämlich der direkte Vergleich zum Einsatz, da alle drei Kontrahenten 12 Zähler aufzuweisen hätten. Und es zählen zunächst nur die Resultate untereianander. Das schöne 6:1 gegen die hoffnungslos überforderten Franzosen wäre Makulatur. Und in punkto Tordifferenz liegen die Spanier (8:4 Tore) weit vor den Münchnern (3:4) und den Jungs aus dem Osten (5:8).

 

 

Schlechte Zeiten, Kamerad?

Ja, doch. Borussia Dortmund war die alles überragende Mannschaft der Spielzeit 2011/12. Ein würdiger Meister, ein verdienter Titelträger mit der Rekordausbeute von 81 Zählern. Ist oft genug gesagt und lang genug gewürdigt worden. Doch was sich zeitgleich in den Köpfen meiner Zeitgenossen festgesetzt zu haben scheint, ist die Mär, dass die Bayern eine schlechte Saison gespielt haben.

Ich hatte es an anderer Stelle schon mal kurz skizziert, und möchte jetzt noch einmal nachdrücklich damit aufräumen. Die Spielzeit 2011/12 war eigentlich eine gute. Ja, richtig gelesen. Trotz des dreifachen Vizetraumas. Es war eine gute und dennoch enttäuschende Saison. Glauben Sie nicht? Dann leihen Sie mir mal ihr Ohr.

Zu den Fakten: 73 Zähler und 77:22 Tore – also wie der BVB eine Differenz von +55 – hätten in 49 Jahren Bundesliga-Geschichte bis auf eine Ausnahme immer den zweiten Platz beschert und damit die in der Moderne so wichtige direkte Qualifikation für die Champions League.

Die eine Ausnahme bildet übrigens der derzeit ärgste Bayern-Verfolger Schalke 04, dessen 76 Punkte in der Spielzeit 71/72 nur zu Platz 2 hinter Bomber Gerd Müller, Kaiser Franz & Co. reichte.

Und bevor jetzt jemand kommt mit Vize, dass ist zwar für manche Vereine was für den Briefkopf, für die Bayern aber nix. Das stimmt. Schauen wir doch einfach mal eine Kategorie höher. Und voila! in 46 vergleichbaren Spielzeiten – 63/64 und 64/65 fallen raus mit nur 16 Bundesligisten und die Vereinigungssaison 91/92 mit 20 Teams auch – wäre der Stern des Südens mit seiner Vorjahrsausbeute 32 Mal Meister geworden. In Worten: Zweiunddreißig!

Kuriosum am Rande: Das hätte auch 1992 zum Titel gereicht, bei vier weniger absolvierten Spielen als der VfB Stuttgart. Wenn auch nur aufgrund der Tordifferenz.

Noch Zeit für einen Exkurs? Die Drei-Punkte-Regelung – und die muss man ja vor 1995 als Umrechnungsfaktor heranziehen – hätte übrigens 1983 nicht dem HSV den Titel beschert, sondern dem punktgleichen Nordrivalen Werder Bremen. Der SV hätte mit 75 Zählern triumphiert, die Rothosen wären mit 72 Punkten abgeschlagen als Vize eingekommen.

Na, schon gemerkt? Auch da hätten die 73 Zähler den Münchnern was beschert? Eben!

Interessant zu beobachten ist dabi übrigens, dass im neuen Jahrtausend die 73 Zähler viel seltener einem zur Schale verholfen hätten als in den Dekaden zuvor. In den 60ern hätte es immer gereicht. In den 70ern und 80ern drei Mal nicht. In en 90ern wäre der Sprung ganz oben aufs Treppchen nur einmal verpasst worden. In diesem Jahrtausend aber schon sieben Mal. Bin mir selber noch nicht ganz schlüssig, was das für die Bundesliga an sich heißt. Denn International reüssierte diese in den letzten Jahren ja kaum. Mit Ausnahme der Bayern und deren zwei Finalteilnahmen 2010 und 2012.

Schlüssig erscheint mir aber, dass Robbery, Neuer & Co. in diesem Jahr in der Liga nicht einfach nur gewinnen wollen, sondern echte Duftmarken setzen. Zu sehr nagen die peinlichen Pleiten gegen den BVB, die Pokalfinaldemütigung, am Selbstbewusstsein der Bajuwaren.das gilt es auszuradieren.

Duftmarke Nr.1  ist mit dem Startrekord von acht Siegen in Folge schon gesetzt worden. Sieben Zähler Vorsprung auf Rang zwei gab es seit der Einführung der Drei-Punkte-Regelung 1995 auch noch nie nach 10 Spieltagen. Eine Tordifferenz von +26 ebenfalls noch nie in einer Spielzeit zu diesem Zeitpunkt. Die nächsten Rekorde sind auch schon in Sichtweite. Sechs Spiel auswärts ohne Gegentor könnten schon im Derby beim Club (17. November fallen. Man darf echt gespannt sein, was und wie viel die Bayern holen.

 

Für den Papierkorb

Ja mach nur einen Plan. Und sei ein großes Licht (B. Brecht, Dreigroschenoper)

Arbeit, Arbeit, nix als Arbeit. Der geneigte Leser kennt und sieht das nicht. Er hat nur des Morgens das fertige Produkt in der Hand, kann dort schwarz auf weiß oder manchmal auch in bunt nachlesen, was sich denn anderentags zugetragen hat. Dass das, was er dort findet, nicht immer das ist, was zunächst dort hätte stehen sollen, weiß er nicht. Nachfolgend einmal ein kleiner Einblick in den redaktionellen Alltag. Aufgeführt am Beispiel eines Kommentares zum Länderspiel Deutschland vs. Schweden, welches bekanntermaßen historische Dinge hervorbrachte.

Zeit ist nicht nur Geld. Sondern im Redaktionsalltag ein himmlisches Gut. Je früher die Texte von den Außenreportern in den Redaktionsstuben eintrudeln, desto besser. Sie können in Ruhe redigiert werden. Über Überschriften kann eine Minute länger nachgedacht werden, was ihnen qualitativ zumeist gut tut. Auch das manchmal notwendige Kürzen geht ohne Hektik einer sich nähernden Deadline viel leichter von der Hand. Und noch viel wichtiger, je früher eine Ausgabe Abends fertig wird, umso höher die Auflage, die die Leserschaft auch erreicht. Denn die Vertriebswege aus der redaktion via Druckhaus und hin zum Konsumenten sind nicht immer die kürzesten … Bei Abendspielen mit der unsäglichen Uhrzeit 20.45 Uhr kommt es also auf jede Minute an.

Ergo beschloss ich in der Halbzeitpause des Schwedenspiels, meinen Laptop aufzuklappen und den Kollegen drinnen am Alex schon mal den Kommentar zukommen zu lassen. Der las sich dann wie folgt:

Ja, ich gebe s zu. Auch ich war nach der Euro enttäuscht und hatte keine große Lust mehr auf die Jungs im weißen Trikot. Vor allem, weil Jogi Löw hinterher von einem guten Turnier sprach, es partout nicht zugeben wollte, dass er es im Halbfinale verbockt hatte. Wie übrigens schon bei der WM 2010 in Südafrika. In beiden Halbfinalspielen war eine deutsche Elf zu sehen, die nicht ihr Spiel durchdrücken wollte, sondern sich nach dem Gegner richtete. Mit bekanntem Resultat.

Die DFB-Cracks und die großen Turniere, das hatte was von einem  Date mit einer schönen Lady. Man kommt sich näher, es prickelt. Man wird mit nach Hause gebeten, doch an der Tür heißt es: „Tschüss, danke für den Abend.“

Die Quali-Spiele und Testkicks bevor die Saison begonnen hatte, waren ein Muster ohne Wert. Die so gern betonte Serie von bis gestern 13 Quali-Siegen in Folge rissen einen nicht vom Hocker. Das, was zählte, wurde ja immer verpasst.

Doch gestern haben mich Klose, Özil & Co. geheilt, überzeugt, begeistert. Was sich schon  in Irland abzeichnete, erfuhr im Olympiastadion seine Fortsetzung. Es wurde auf dem Rasen gezaubert, die Stimmung war pure Fußball-Gänsehaut. Ja, man kann sich wieder mit Jogi und seinen Jungs freuen. Schlaaaaaand!

Vorausgegangen war noch eine kurze inhaltliche Diskussion mit meinem Chef, der das ganze ein klein wenig zu negativ sah angesichts einer 4:0-Führung, es dann aber achselzuckend mit den Worten „Dein Name steht drüber“ abnickte.

Ich wards zufrieden. Als Augenzeuge des Halbfinal-Aus‘ in Durban anno 2010 nagte in mir dieser Gedanke der Löw’schen Fehlerwiederhlung. Ich hatte das nirgends gelesen – was nicht heißt, dass es nicht doch einer geschrieben hatte -, und war froh, etwas, was mir in unter den Nägeln brannte, an den Mann gebracht zu haben. Zudem hatte ich den Kollegen drinnen etwas Luft verschafft und das gute Teil in Minute 60 abgeschickt. Was mir wiederum im Olympiastadion – die Wege dort sind weit zwischen Pressetribüne, Pressekonferenz in der Aufwärmhalle unterhalb des Marathontors und der dort in der nähe befindlichen Mixedzone – Luft verschaffte. Man konnte jetzt also ohne Gehetze in aller Ruhe zwei, drei Minuten vor dem Abpfiff dort hingehen, die vielen Höhenmeter leicht überwinden und zudem dem Strom der aus den Blöcken eilenden Fans entgehen. Perfekt sozusagen. Und nun lehnte ich mich ein wenig zurück, harrte der Dinge, die da kommen sollte.

Und – leider – auch kamen. 4:1 durch Ibra. Wir blickten uns an. Ein Schönheitsfehler. Nicht schlimm. 4:2? Hm, nun ja. Noch kann man den Kommentar stehen lassen. Dieser Leichtsinn, der musste im Spielbericht und in der Analyse aufgefangen werden. Heute nicht meine Baustelle.

Es kam das 4:3. Und es hätte nicht mal den Worten meines Chefs bedurft, dass der Kommentar wohl so nicht mehr ginge. Also, Laptop hochgeklappt, Ressettaste gedrückt. Info an die Redaktionsstuben, der Kommentar kommt neu. was nicht heißt, dass ich sofort eine Idee parat hatte, was ich denn schreiben wollte. Die entwickelte sich zum Glück bei den ersten Zeilen. Und nun hieß es sich sputen. Viel Zeit war nicht. Zumal die Zeilenvorgabe bei so etwas auch noch einzuhalten ist. Jede zeiel zu viel bedeutet Aufwand für die Binnenarbeiter. Kürzen ist nicht immer einfach, wenn es nicht sinnentstelend werden soll.

 

Hui, was war denn das? Die Schöne und das Biest? Zwei Gesichter zeigte die deutsche Nationalelf gestern Abend vor der stimmungsvollen Kulisse des ausverkauften Olympiastadions. Sechzig Minuten begeisterten Jogis Jungs, knüpften nahtlos an ihre Gala-Vorstellung aus Dublin an, wo sie bemitleidenswerten Iren das Fell über die Ohren gezogen hatten. Das ganze Stadion hielt gebannt den Atem an. Sollte Miro Klose womöglich mit einem Vierer-Pack den Rekord von Gerd Müller schon jetzt brechen? Aber dann …

Scheinbar angekommen im Olymp hielt Bruder Leichtfuß Einzug. An allen Ecken und Enden. Und auf einmal zeigte das Tre- Kroner-Team all die Tugenden, vor denen Löw zuvor so heftig gewarnt hatte. Mit welcher Leichtfertigkeit Schweini, Lahm und Co die Partie fast noch hergeschenkt hätten, war schon unfassbar. Es ging immer weiter im Hurra-Stil nach vorne, egal wie oft es hinten klingelte. Taktisches Unvermögenden kann man das nennen. Oder eben fehlende Reife, die schon bei der Euro in Polen und in der Ukraine den großen Triumph versagt hatte. Und nur dem Unvermögen der Schweden war es zu verdanken, dass am Ende doch noch die drei Punkte im Sack waren. Diese Torflut erfreute das Fanherz hüben wie drüben. Aber die Sorgenfalten auf der Stirn von Löw dürften bestimmt nicht kleiner geworden sein.   

Puh, Geschafft. Schweißperlen von der Stirn gewischt und in Minute 90 beim Stande von 4:3 abgeschickt. Und ja, der geneigte Leser weiß es ja, die Defekthexe schlug noch einmal in Form des schwedischen Ausgleiches zu. Lange Gesichter in den Pressereihen. Kurzer Anruf in die Heiligen Hallen, während ich im Laufschritt mich auf den Oberrängen in die Katakomben aufmachte. Beruhigende Worte von drinnen, neu schicken sei nicht nötig. sie würden das schon hinbiegen können.

So sah die endgültige Fassung aus. Man beachte den letzten Absatz, der von den Kollegen in letzter Minute noch angepasst wurde.

Und nun? Eins muss ich noch sagen. Im Grunde bin ich sogar froh über den Ausgleich. Sonst hätten wir uns nur wieder die schöne Mär von den vier Startsiegen anhören dürfen. Wenn es wirklich das von Löw propagierte Lernspiel war, dann besteht ja noch Hoffnung, dass diese deutsche Elf endlich reift und titelwürdig wird. Sonst bleibt nur die Erinnerung an einen hektischen Abend.

 

 

Schlechte Zeiten

Ja, doch, die Zeiten sind hart. Kein Geld, keine Kohle, kein gar nix. Nicht nur Griechenland geht es schlecht. Auch hierzulande muss kräftigt gespart werden von der öffentlichen Hand. Die Kassen sind nun mal leer. Was zwar die Herren Berufspolitiker nie daran hindern wird, ihre Pfründe stets ein wenig zu mehren. Ansonsten kehrt ein wohltuender Realismus ein. Alles geht auch eine Nummer kleiner, etwas weniger protzig. Gut so.

Obwohl. Folgende Fundstücke lassen mich dann ein wenig ins Grübeln kommen.

 

Übertreibt man aber nicht doch ein bisschen mit dem Sparwahn? Oder ist das nur der Ausdruck einer neuen Bescheidenheit?

Das Fell des Bären

 

Ja doch, wir alle wissen, was ein Möter ist. Seit Mell Brooks Spaceballs zumindest. Halb Mensch, halb Köter. Doh jetzt bevölkert eine neue Spezies unsere geliebte Hauptstadt. Halb Mensch, halb Bär. Was ist das? Bär-Man? Kopflos am Brandenburger Tor? Oder ist das das berühmte Fell des Bären, das zerlegt wird, bevor es erjagt?

Tempora mutantur

Ja, ja, die Zeiten ändern sich. Und wir uns in denselbigen. Geht auch am Bunki der Woche nicht spurlos vorbei. Qed:

Früher:

Später:

Und heute:

Das gute Stück ist jetzt sogar zwei Mal vorhanden. Eigentlich aus einem traurigen Anlass. Denn ein allseits geschätzter Kollege, der Namenspatron des zweiten Leibchen war, weilt ja nicht mehr unter uns.

 

 

Heute wurdest du zu Grabe getragen. An dieser Stelle: R.I.P, KDV. Ich hoffe du kannst von oben herab ein bisschen zusehen,wie die Eisernen sich so schlagen.

Und wer wirklich wissen will, was es mit dem Bunki der Woche auf sich hat, der schaue hier vorbei. Oder fragt besser gleich einfach mal die Maus.

 

Namesdropping

Große Turniere sind immer wieder auch Zeiten, in denen  nach großartig klingenden Synonymen oder Varianten gesucht wird. Manche sind ganz simpel und liegen nun mal auf der Hand. Der Titelverteidiger beispielsweise. Wahlweise auch amtierender Europameister oder Champion. Das Mutterland des Fußballs wird auch immer wieder gerne bemüht, wenn es um die „Three Lions“ auf dem Hemde geht. Co-Gastgeber dagegen sind ja erst seit der Euro 2000 in Belgien und den Niederlanden in Mode.

Von der Trikotfarbe leitet sich ja auch einige Spitznamen ab. Kaum ein Kommentator, der an „La Roja“ oder „La Furia Roja“ für Spanien oder  „squadra azzura“ für Italien. vorbeigeht. Man parliert locker von „les Bleus“ oder der „Elftal“ respektive den „Oranjes“, wenn es um Frankreich oder Holland geht. Klingt weltmännisch. Erfahren. Wissend. Gebildet halt.

Danish Dynamite scheint zwar etwas aus der Mode gekommen, ist aber auch noch allgegenwärtig. Die „Olsenbande“ ist da derzeit etwas geläufiger aufgrund ihres Trainers Morten Olsen.

Natürlich macht dieses Phänomen nicht vor europäischen Grenzen halt.  Wenn die Vokabel Albiceleste erklingt, weiß jedes Kind, es geht um Messis Argentinier. Die Socceroos für die Fußball-helden aus Down Under ist fast selbsterklärend, wenn man die dortige Fauna kennt.

Berichte über Brasilien hingegen quellen über vor Wörtern wie Selecao, Zauberer vom Zuckerhut oder – eine Nummer schlichter, aber dafür umso häufiger strapaziert – Rekordweltmeister-Erwähnungen. Es kommt wie aus der Pistole geschossen. Rekordweltmei… ? Brasilien!! Na, logo. Ist doch babyeinfach!

Und wir? Niente. Nix. Nada! Selbst die Vokabel Rekordeuropameister liegt als Alternative für ’schland quasi brach.

Fürchte aber, Häme wird ja gerne mal ausgegossen, dass wir im Falle einer Finalniederlage dann ein neues Synonym bekommen werden. Dann wären wir nämlich alleiniger Rekord-Vize-Europameister ….

Der Spieler alter und neuer Kleider

 

Dem @Trainer Baade sei dank. Mittels seines wundervollen Fußball-Blogs wurde ich auf einen wunderschönen Trikotagen-Quiz von ThreeMatchBan aufmerksam. Wow, der hatte es echt in sich. Am Ende hatte ich es aber geschafft. Mit all den Hilfsmitteln, die es halt heutzutage so gibt.

Versucht es doch selbst einmal. Ein paar kleine Hinweise: ja, es werden mehr Ländernamen gesucht als die 27 Staaten, die Wikipedia als Endrundenteilnehmer aufführt. Es ist auch hilfreich, sich die korrekten englischen Schreibweisen noch mal vor Augen zu führen. Es kommt kein Land doppelt vor. Zumindest nicht in seinen alten, geographischen Grenzen.

Es schadet auch überhaupt nichts, wenn man sich die alten Bezeichnungen von Russland im Lauf der letzten Dekaden noch einmal vor Augen führt. Ähnliches gilt für weitere Staaten, die heute so nicht mehr existent sind oder früher einmal mit Osten und Westen als Attribut belegt waren 😉 Und ach ja, eins noch, eins der 33 gesuchten Länder war noch nie bei einer Endrunde.

Viel Spaß!

Wasserschlacht

Ohne wirklich groß danach gesucht zu haben, hier mal eine schnelle Übersicht von Tweets in meiner Timeline, die mir zum Thema Spiel-Unterbrechung spontan gefallen haben:

Die Kollegen von Spox, auch selten um eine spitzfindige Bemerkung verlegen, warteten  mit dem hier auf:

Ein offenbar naheliegender Gedanke. Beweis hier:

Zurück zu Spox:

Sinnvolle Hinweise und praktische Tipps, wie man den jetzt mit der Situation alternativ umgehen könne, gab es natürlich auch:

Manch einer dachte mal wieder nur an seinen persönlichen Vorteil:

Und klar doch, dass mein Chef auch hier noch eine Hertha-Nuance finden würde:

Und dabei offenbar nicht alleine ist:

Und wenn mir nich die ganze Zeit die Tränen vor Lachen über die Augen geflosse wären,  wäre mir wohl auch mehr eingefallen als nur der hier:

 

Nein, nein und nochmals nein!

Es langt. Schlimm genug, dass das skandalöse Relegationsspiel zwischen Düsseldorf und Hertha BSC uns alle so lange beschäftigt hat. Doch die Auswirkungen sind gravierend, was den ganzen Fußball betrifft. Umso schlimmer aber finde ich ich jetzt die populistische Herangehensweise, die damit einhergehende Undifferenziertheit, die alles verschligende Hysterie, wie künftig der Gewalt und der Eskalation in den Zuschauerblöcken Einhalt geboten werden kann.

Festzuhalten bleibt zuvorderst, dass die Befürworter der Illumination in den Stadien derzeit schlechte Karten haben. Und das leider endlich mal akzeptieren müssen. Nicht nur wegen dieses Vorkommnisses. Und wenn man jemals wieder und sei es nur in Richtung kontrollierter Abbrennzonen gehen soll, ist es derzeit wichtiger, die Füße still zu halten, Übeltäter aus den eigenen Reihen bei seinem Klub – denn es geht ja um Liebe zu seinem Verein, nicht zu seiner Gruppierung, oder? – anzuzeigen und alle Kraft einem anderen Kampfplatz zuzuwenden. Dem Erhalt der Stehplätze!! Und damit auch dem Erhalt von bezahlbaren Einrittskarten.

Ob es nun die Sportbild ist oder die große Gazette mit den vier Buchstaben, fast alle sehen in einer Versitzplatzung ein Allheilmittel, um die Situation in den Griff zu kriegen. Jetzt schlägt erwartungsgemäß auch noch der Innenminister CSU in diese Kerbe. Und liegen damit imho kolossal falsch.

Wo fanden den all die Platzstürme statt? Bei Hertha in der Abstiegssaison 09/10! Beim KSC vor wenigen Wochen. Nun bei der Fortuna. Dies nur als ein paar Beispiele, die mir spontan einfallen. Die Liste ließe sich sicherlich spielend fortsetzen. Alles – huch – mehr oder weniger Sitzplatzstadien!

Wenn dieser komischer Parteipolitiker aus dem Freistaat sich durchsetzt, ist das das Ende der Fußballkultur, die das Millerntor und die Alte Försterei oder auch das Dortmunder Westfalenstadion mit seiner Wand so liebens- und erlebenswert machen.

Versitzplatzung? Will hier jemand wirklich englische Verhältnisse? Also Eintrittskarten nur noch für Besserverdienende?

Gut, dass es wenigstens ein paar Fußballer oder Fußballfunktionäre gibt, die ein wenig mehr Durchblick besitzen.