Donnerstag Alte Försterei, Freitag das Grips mit der altbewährten, schon 1349 mal aufgeführten Linie 1 (sehr empfehlesnwert nicht nur für Hauptstadt-Touristen), heute Kettcar in der Columbiahall. Nennt man dan wohl Kulturwoche B)
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Begegnungen
Eigentlich war ich mal wieder in meine typische Morgenmuffelei vertieft unterwegs zur S-Bahn. Mir auf der Brücke entgegen kam eine nett aussehende Frau mit ihrem Sohnemann. Fast schon zu spät fiel mir ein, dass ich die Dame kannte. Es war Natscha Paulick. Manch einem ist die Schauspielerin noch aus der Du-darfst-Werbung („Wer ist eigentlich Paul“) bekannt.
Hinterherufen, ihr Gedächtnis bezüglich meiner Person auffrischen war eins. Hatten zuletzt Anfang Dezember in Köpenick gequatscht, als sie in der Freiheit 15 im Union-Theaterstück mitwirkte. Ihr Kommentar: „Das würde ich am liebsten immer spielen.“
Kurzes Gespräch, ob sie im F-hain wohnen würde. Musste aber nur ihren Lütten wegen Kita-Streik zur Oma bringen. Alles nur Small talk, aber trotzdem ein netter Beginn des Tages fand ich.
Dinge, die einem das Wochenende vermiesen …
– In meiner Stammkneipe behauptete jemand zu vorgerückter Stunde, ich würde wie Michael Skibbe aussehen. Mit anderen Worten ich erscheine wie der perfekte Langweiler.
– Anzahl der privaten Anrufe seit Freitag: 2 (und einer davon am Samstag Abend um 23 Uhr von meiner Mutter )
– S-Bahnpendelverkehr
– Gewichtszunahme (kann doch wirklich nicht an all den Imbissen zu später Stunde liegen …)
– wenn der Kiosk meines Vertrauens mir den Kaffee-to-go partout ohne Deckel andrehen will, weil es Deckel erst wieder am Nachmittag gäbe …
– wenn man in einer SMS jemandem zu seinem neuen Job beglückwünschen möchte, aber den falschen ansimst …
Kompromiss im Konflikt gesucht
Sechs Tage noch bis zum Tag X. Der Tag, an dem K. in ihren 30. Geburtstag reinfeiern will. Und immer noch sucht sie nach Wegen, wie sie uns beide, also sowohl S. als auch mich dabei haben kann.
Das beides nicht geht, hat sie eingesehen. Ich kann das einfach nicht.
Verzichten will K. aber auf keinen. Und schlug nun vor, dass erst S. kommt. Und später dann ich. Der Haken dabei: Sie hat ja erst um Mittternacht Geburtstag. Soll ich also wirklich bis weit nach Mitternacht warten, um dann hinzufahren? Habe dazu eigentlich keine Lust. Zumal ich auch am Sonntag arbeiten muss (wenn auch erst ab 10 Uhr).
Sonderlich zur Feierstimmung würde es auch nicht beitragen für S., dass sie sozusagen auf gepackten Koffern sitzen müsste, um dann flugs Platz zu schaffen für meine Wenigkeit.
Dass ich nicht kommen will, S. den Platz zum Feiern übrlasse, mag K. nicht akzeptieren. Sie insistiert auf dem Kompromiss und meint, es sei egoistisch von mir, wenn ich nicht kommen würde.
Späte Ladung
Um Viertel vor Elf klingelte mein Handy. Eigentlich genau zwei Minuten nachdem sie aufgelegt hatte. St. war dran. Ausgerechnet St. Sie war mal ihre Freundin gewesen. Aber eine, die nicht gut für sie war. Und auch nicht für unser Leben. Unzuverlässig, egoistisch. Zu jeder Tages- und Nachtzeit hatte sie angerufen, ihr Herz über die Männerwelt ausgeschüttet. Und davon hatte St. eine Menge und oft zu erzählen, weil sie entgegen ihren eigenen Wünschen ziemlich unstet durchs Leben wandelte, sich wie die Bienen mal hier mal dort niederließ.
Bei ihrem Auszug war St. noch da, half nach Kräften mit. Ohne St. hätte sie damals bestimmt die Kraft nicht aufgebracht. Das ironische daran: wenig später hat sie ohne mein Zutun erkannt, dass St. nicht gut für sie ist, sie ausnutzt. Das Tischtuch zwischen den beiden ist jetzt zerschnitten. Gut für sie. Besser eine späte Erkenntnis als keine.
Wie dem auch sei, ausgerechnet St. lud mich für den nächsten Abend zu ihrer Geburtstagsfete ein. Nicht ganz freiwillig, sondern auf Intervention unser gemeinsamen Freundin K.. Ich wollte da nicht hin. Wegen St. Und doch versuchten mich K. und ihr Freund M. zu überzeugen, ich solle mal wieder unter Leute kommen. Ja sicher richtig, aber doch nicht bei St.! Was also tun? Doch hingehen? Und mir ausgerechnet von St. helfen lassen, die für viele betrübliche Stunden in meiner Beziehung mitverantwortlich gewesen war? Ablehnen? Hätte sie mir übelgenommen. Egal wie kurzfristig ihre Einladung gekommen war. Nun ja. Ich hatte ja Zeit bis zum nächsten Abend, konnte mir das noch ein paar mal durch den Kopf gehen lassen.
Plötzlich war sie da
Plötzlich war sie da. Unangemeldet. Der Schiri hatte gerade angepiffen, als sie auf der Pressetribüne erschien. Seit fünf Tagen hatte sie keinen Laut von sich gegeben. Keine Mail, keine SMS, kein Anruf. Und nun stand sie da, als wäre nie etwas passiert. Als wüsste sie nicht genau, dass ihre Anwesenheit mich in meiner Arbeit stören würde. Weil all mein Denken wieder nur bei ihr sein würde. Tauche ich auf ihren beruflichen Terminen auf? Und dazu noch ohne Vorwarnung!
Hatte der Sonntag, als sie mir anchgelaufen war, nicht genug gezeigt? Erst saßen wir in einem Cafe, habe ein paar Gläser getrunken. Und dann leider Gottes doch geredet. Quintessenz: bedingungslose Liebe gäbe es nicht mehr! (Aber ist es nicht gerade ein Zeichen von Liebe, keine Bedingungen zustellen? Sondern einfach zu geben?) Und es sei für sie ein verdammt gutes Gefühl, nicht mehr kontrolliert zu werden. Mit anderen Worten, endlich könne sie tun und lassen, was ihr gefällt, sich in allen erdenklichen Richtungen austoben. Nun ja, wenn es dass ist, was sie will, warum genießt sie es dann nicht und wühlt in der Vergangenheit? Warum mit reden wollen, statt mich mit meinem Schmerz allein lassen?
Dann nahm sie mich doch mit zu ihr. Doch nur um an meiner Schulter zu kuscheln. Und sorry, bei aller Liebe, als normal veranlagter Mann,der seit den rund zwei Monaten seiner Trennung Enthaltsamkeit geübt hatte (oder üben musste ;-)), konte das im wahrsten Sinne des Wortes nicht befriedigen. Wie soll Mann da auf andere Gedanken kommen, wenn ein warmer, weicher, vetraut riechender, stark vermisster süßer Frauenkörper sich an einen schmiegt? Und dann noch die Frau, für die meine Gefühle unvermindert vorhanden sind. Was sie weiß! Also ging ich. Was noch etwas dauerte. Denn rund 15 Minuten standen wir im Flur, redeten in Englisch aufeinander ein. Und als gar nichts mehr ging, kamen all ihre alten Vorwürfe. Weil sie nicht sehen, wollte (Konnte?), dass ich versucht hatte einiges zu ändern. Aber so etwas ist nun mal ein Prozeß und geht nicht von heute auf morgen …
Nun brach sie wieder in meine Welt ein. Eien, die sie zwar im Lauf der Jahr kennengelernt und gelegentlich besucht hatte. Aber die nicht die Ihre war. Zumindest nicht beruflich. Und schon gar nicht private! Eine Welt, die mehr als nur mein Job ist. Da stand sie nun unvermittelt beim Anpfiff. Neue Frisur, neue Jacke (die, die wir vor unserer Trennung gemeinsam angekuckt und dann doch nicht gekauft hatten). Doch kein Wort von ihr an mich direkt. Außer ein, zwei Kommentaren zum Spiel. Auch danach war sie irgendwo von der Bildfläche und im VIP-Raum verschwunden. Als ich schon längst gegangen war, kam ein dann ihr Anruf, wo ich denn sei. Ob ich nicht noch in den VIP-Raum käme? Klasse!
Der Tag hält nicht, was er versprochen hat …
Fing eigentlich ganz gut an alles heute. Nicht jeder Gedanke galt ihr. Ausnahmsweise fats keiner. Und dann kam eine Mail, mit der sie sich dafür entschuldigen wollte, dass sie sich nicht gemeldet hätte nach ihrer Rückkehr aus den Staaten. Aber sie sei dienstlich für ein paar Tage weggewesen und hätte keine Zeit gehabt. Halbwahrheiten, wie immer. Hat sie schon vergessen, dass sie mich am letzten Mittwoch von ihrem Festnetz aus bei mir zu Hause angerufen hat? Da war sie schon wieder einige Tage im Lande. Wie soll man da Vertrauen haben?
Die Abschiedsformel „Gruß und Kuss“ macht mich nur wütend. Geküsst hat sie mich doch eh nicht mehr seit damals, als sie auch dem anderen nicht nur den Kuss verweigerte.
Und schon sind meine grauen Zellen wieder nur mit dem einem Thema beschäftigt. Mit ihr, die ich immer noch liebe. Na super ….
Was tut man nicht alles aus langer Weile
Ich musste dem Monster entfliehen, dass immer hinter meiner Tür sitzt und gierig lauert. Mich sofort anspringt in der Sekunde, wo ich den Schlüssel im Schloss umdrehe und das betrete, was mal ein Zuhause war. Dunkle Bullaugen schauen mich dann an. Da nützt es auch nichts, dass ich die Vorhänge vorziehe.
Also raus. Wieder mal raus. Diesmal zu einem viertklassigen Fußballspiel am anderen Ende der Stadt, dass über 90 Minuten ein knallhartes Plädoyer für die Abschaffung der Oberliga im Allgemeinen und der NOFV-Staffel Nordost im Besonderen war. Grottenkick ist noch untertrieben. Allein die Fehlpässe wirkten einstudiert. Aber es lenkte ab. Zumindest für die Dauer dieser knapp zwei Stunden.
Doch auch so etwas hat nun mal ein Ende. Und auf der Rückfahrt mit mir selbst gewannen all meine Gedanken wieder die Oberhand.
Einzig die Gruppe von Amerikanern neben mir, sorgte für kurze Abwechslung. Ein kleiner Junge wurde aus Spaß von einer jungen Frau aus Kalifornien zwischen ihren durchaus hübsch anzusehenden Beinen festgekemmt: „You are trapped“, scherzte sie mit ihm. Ich hatte nur eien kurze Frage: „Isn’t it a bit early for a boy that size to be trapped between a womans legs? That will be his fate for ever after …“ Brachte einen verschämten Lacher. Aber keine weitere Unterhaltung. Sind halt doch ein klein bisschen prüde usnere amerikanischen Freunde.
Blieb wieder nur die Margarete. Habe dann um 2 Uhr mit Stühle reingestellt. Und in meiner Wohnung kam das Monster für ein paar Stunden nicht mehr an mich ran. Süßer Schlaf.