Wasserschlacht

Ohne wirklich groß danach gesucht zu haben, hier mal eine schnelle Übersicht von Tweets in meiner Timeline, die mir zum Thema Spiel-Unterbrechung spontan gefallen haben:

Die Kollegen von Spox, auch selten um eine spitzfindige Bemerkung verlegen, warteten  mit dem hier auf:

Ein offenbar naheliegender Gedanke. Beweis hier:

Zurück zu Spox:

Sinnvolle Hinweise und praktische Tipps, wie man den jetzt mit der Situation alternativ umgehen könne, gab es natürlich auch:

Manch einer dachte mal wieder nur an seinen persönlichen Vorteil:

Und klar doch, dass mein Chef auch hier noch eine Hertha-Nuance finden würde:

Und dabei offenbar nicht alleine ist:

Und wenn mir nich die ganze Zeit die Tränen vor Lachen über die Augen geflosse wären,  wäre mir wohl auch mehr eingefallen als nur der hier:

 

Nein, nein und nochmals nein!

Es langt. Schlimm genug, dass das skandalöse Relegationsspiel zwischen Düsseldorf und Hertha BSC uns alle so lange beschäftigt hat. Doch die Auswirkungen sind gravierend, was den ganzen Fußball betrifft. Umso schlimmer aber finde ich ich jetzt die populistische Herangehensweise, die damit einhergehende Undifferenziertheit, die alles verschligende Hysterie, wie künftig der Gewalt und der Eskalation in den Zuschauerblöcken Einhalt geboten werden kann.

Festzuhalten bleibt zuvorderst, dass die Befürworter der Illumination in den Stadien derzeit schlechte Karten haben. Und das leider endlich mal akzeptieren müssen. Nicht nur wegen dieses Vorkommnisses. Und wenn man jemals wieder und sei es nur in Richtung kontrollierter Abbrennzonen gehen soll, ist es derzeit wichtiger, die Füße still zu halten, Übeltäter aus den eigenen Reihen bei seinem Klub – denn es geht ja um Liebe zu seinem Verein, nicht zu seiner Gruppierung, oder? – anzuzeigen und alle Kraft einem anderen Kampfplatz zuzuwenden. Dem Erhalt der Stehplätze!! Und damit auch dem Erhalt von bezahlbaren Einrittskarten.

Ob es nun die Sportbild ist oder die große Gazette mit den vier Buchstaben, fast alle sehen in einer Versitzplatzung ein Allheilmittel, um die Situation in den Griff zu kriegen. Jetzt schlägt erwartungsgemäß auch noch der Innenminister CSU in diese Kerbe. Und liegen damit imho kolossal falsch.

Wo fanden den all die Platzstürme statt? Bei Hertha in der Abstiegssaison 09/10! Beim KSC vor wenigen Wochen. Nun bei der Fortuna. Dies nur als ein paar Beispiele, die mir spontan einfallen. Die Liste ließe sich sicherlich spielend fortsetzen. Alles – huch – mehr oder weniger Sitzplatzstadien!

Wenn dieser komischer Parteipolitiker aus dem Freistaat sich durchsetzt, ist das das Ende der Fußballkultur, die das Millerntor und die Alte Försterei oder auch das Dortmunder Westfalenstadion mit seiner Wand so liebens- und erlebenswert machen.

Versitzplatzung? Will hier jemand wirklich englische Verhältnisse? Also Eintrittskarten nur noch für Besserverdienende?

Gut, dass es wenigstens ein paar Fußballer oder Fußballfunktionäre gibt, die ein wenig mehr Durchblick besitzen.

Von toten Pferden

„Wenn dein Pferd tot ist, musst du absteigen.“ Weise Worte eines, ich glaube, 13-Jährigen die mich neulich via E-Mail erreichten. Sie zeugten von Verstand einer Sache nicht länger nachzuhängen, die eh hoffnungslos verloren ist. (Vielleicht sollte ich mir davon in Sachen Liebe eine dicke Scheibe abschneiden).

Und doch stimmten sie mich nachdenklich. Sehr nachdenklich. Sie fielen nämlich im Zusammenhang mit Herthas selbstverschuldeter 1.2-Heimpleite beim Relegationsspiel gegen Düsseldorf. Und implizierten, dass man, was Fußball anginge, künftig die Seiten zu wechseln gedenke. Also weg von Blau-Weiß, hin zu Rot-Weiß. Zum 1.FC Wundervoll.

Der erste Gedanke war. Na prima. Noch ein Eventfan mehr, der die Stimmung in Köpenick irgendwann einmal  wandeln könnte. Echte Liebe hält sich aber nicht an Spielklassen oder Erfolgen fest. Right or wrong, my country! Ein Unioner steigt auf und wieder ab, auf und wieder ab. Und verkraftet das.

Hey. Es ist nie zu spät für eine Resozialisierung. Dazuzulernen ist eine Kunst. Und warum sollte ein 13-Jähriger in seinem Weltbild schon dermaßen gefestigt sein, dass er einmal getroffene Entscheidung – hier auch durch seine Mutter begünstigt, die sich lieber im Olympiastadion tummelte denn an der Alten Försterei – Zeit seines Lebens mit sich rumschleppen muss? Es muss ja noch nicht zu spät sein, diese andere Art der Fußballkultur für sich zu entdecken und lieben zu lernen.

 

 

Manche Dinge erledigen sich von selbst

Ich hätte mir das Grübeln sparen können. Denn auf einmal musste ich keine Entscheidung treffen. Böse umgeknickt beim Fußball, musste dann zur Arbeit. Und da ich keine Chance hatte, den Knöchel zu kühlen wurde er natürlich hammermegamäßig dick. War ich froh, als ich endlich zu Hause war, das Eispack drauf legen konnte. Party fiel also aus, Vielleicht auch besser so.

Ärgerlicher waren da schon die knapp vier Stunden die ich dann am Sonntag im UKB zugebracht habe. Gebrochen ist zum Glück nichts. Aber Auftreten konnte ich auch nicht. Gut, dass ich noch die Krücken von meiner Meniskus-OP Anfang Juni hatte. Sonst wäre ich hilflos gewesen. Diesmal nicht, auch wenn der vierte Stock nicht gerade berauschend ist … Im Juni war S. wenigistens noch da, hat mir geholfen. Nun ja, diesmal muss ich es alleine schaffen …