Ich weiß, was ihr letzten Mittwoch getan habt

„Weichei.“
„Warmduscher.“
„Muttiküsser.“

Der nicht mehr ganz so junge Mann in den Reihen hinter uns ließ an Deutlichkeit wenig zu wünschen übrig. Dass er seine liebevollen Worte ganz offensichtlich primär dem Gegner und sekundär dem Schiedsrichter gewidmet hatte, war nicht zu überhören. So isser halt der Fußball. Von der Kreisklasse hin bis zur europäischen Bühne. Überall ein einig Volk von vor sich hin proletisierenden Fans.

„Kauf dir einen Blindenhund. Oder zwei!“
„Hey, Schiri. Wenn ich Aua brülle, pfeifst du dann auch!“

„Geh‘ zum Puppentheater.“
„Kasperkopf.“
„Oh, geht doch.“ (Nur zur Erläuterung: der am Boden liegende -Preussen-Akteur war unverhofft von einer Wunderheilung betroffen und unvermittelt wieder aufgesprungen, als das Bällchen in seine Nähe kam)

Doch, doch, als das gilt immer noch oben gesagten Protagonisten. Obwohl sein eigenes Team eine Perfomance an den Tag legte, wo oben aufgeführte „Lobpreisungen“ eher noch geschmeichelt gewesen wären. Wer genaueres über diesen Spieleabend wissen möchte, schlage nach bei LaLamm, der ich hiermit ausdrücklichst und auch im Namen meiner Anverwandten für die Illustration danke.  Immerhin war der Ggener ja nur ein fünftklassiger Beinaheabsteiger. Und die unsrigen ein aufstrebender Bald-Zweitligist. Da kann man schon mal …

Aber lassen wir das.

Schlimmer noch als die Vorstellung, die ja wenigstens traditionsgemäß endete, war dann der weitere Verlauf des Abends. Da  wurde eine illustre Aneinanderreihung von  Fehlerketten als Champions League präsentiert, die einem E-Jugendteam zur Ehre gereicht hätten. In den Hauptrollen: Minimo Oddo, Geh Roberto, Dämlichelis, Christiane Lell, (die nicht mal von Turbine Potsdam bei einer pekuniären Zuwendung in Höhe von 10 Millioen Euro verpflichtet werden würde). Es war so schlimm. Da brennote es an allen Ecken und Enden.  Mark van Bummel tanzte den Unzulänglichkeits-Limbo, trefflich assistiert von dem Herrn Schweinsteher.

Sagte ich Hauptrollen? Tschuldigung, Waren wohl eindeutig Nebenrollen in dem ibero-franco-argentinischen Streifen: Gibst du mich Ball, mach‘ ich dich Messi!

Ich konnte gar nicht so viel trinken, wie ich gekotzt habe.

Und bevor hier jetzt jemand sagt, dass alles hätte schon vor Tagen publiziert werden müssen: Stimmt. aber ich habe mich bis heute nicht von der blutarmen Vorstellung erholt.

Du bist eingeladen

Eine Einladung, ist eine Einladung, ist eine Einladung. Dachte ich mir so in meiner grenzenlosen Naivität. Und wenn man dann vom Deutschen Journalisten Fachverband (bitte wer??) eine Einladung ins Adlon bekommt, zwecks Vertilgung einer gehörigen Menge Spargel an Parma-, Koch- und Schwarzwälderschinken – den Tatar vom Rauchlachs auf Frühlingssalaten mit Limetten-Touille (bitte was?) als Vorspeise nicht zu vergessen – kann man sich schon mal freuen. Nett von denen. Weiß zwar nicht, wie die auf mich kommen, aber wenn man schon Porto ausgibt, dann wird alles schon seine Richtigkeit haben. Und spannend muss es auch sein, all die „Persönlichkeiten aus Journalismus, Medien (btw: doppelte sich das nicht etwas?), Politik und Wissenschaft“ zum „zwanglosen Austausch“* zu treffen. Zumal ja auch der BND-Chef Ernst Uhrlau dort noch eine Rede zu reden gedenkt.

Die Vorfreude des Deutschen Fachjournalisten Verbandes geht sogar so weit, dass deren Präsident Prof. Dr. Siegfried Quandt es als eine Ehre ansehen würde, mir dafür einen klitzekleinen, kaum erwähnenswerten Kostenbeitrag von 33 Euro für mein Erscheinen abzuknöpfen!

Einladung? Darunter versteh ich was anderes. Also, Siggi, altes Haus, du musst auf meine Rückantwort bis zum 24. April nicht warten, ob ich „Absagen muss“! Ich komme nicht. Sorry. Auch nicht im nächsten Jahr zu deiner 16. Auflage. Erstens kann ich Kochen, bin also auf Gala-Diners nicht angewiesen. Und zweitens bekäme ich den Austausch von News in einem mir gewogenen Kreis schneller, besser, lustiger, umkomplizierter und vor allem billiger hin.

* Austausch von was? Nachrichten? Frauen? Köperflüssigkeiten? Fragen über Fragen …

Wanmomi?

„Wanmomi?“ Irgendwie war ich irritiert. Wie bitte? Äh sorry, falsche Sprache: What? „Wanmomi?“ Äh, wie jetze? „Wanmomi?“ Die Frage, so viel ließ sich immerhin durch Satzmelodie feststellen, wurde in ebenso freundlicher Hartnäckigkeit wie steigender Tonart vorgetragen.

Der geneigte Leser weiß es ja breits, dass ich mich derzeit in Cardiff befinde. Und auch des idioms, dass man gmeinhin für die weltsprache nr,1 hält so halbwegs mächtig bin. Doch dieser Satz, vorgetragen mit stoischem Gleichmut und dem professionellen Lächeln des indisch-pakistanischen Kulturraumes, überforderte meine Sprachkenntnisse. Es ließ sich auch nich auf die zahlreichen Nebnegräusche wie Tellerklappern, Löffel-rühren oder Küchen-Gebrutzel schieben. Ich verstand ihn einfach nicht. Indisches Englisch ist halt doch eine ganz eigene Weltsprache.

Was man von mir gewollt hatte, dämmerte so langsam, nachdem besagte Person dann freundlichst ein kleines Kännchen Milch für meinen Kaffee auf dem Frühstsückstisch abstellte.

Dank dem Meester

Icke jetzt och, würder der Berliner wohl sagen. Das hier nämlich, diese schnieke, rote Kopfbedeckung.

Eigentlich habe ich sie schon eine ganze Weile. Doch erst war es der Herr Zuträger, der säumte sie dem Adressaten eilends zu bringen, auf dass sie erfreue den künftigen Träger. Und dann säumte ich, davon zu schreiben, zu künden und zu danken. Der Dank ausschließlich gebührt dann dem Meester.

Und was es mit diesem roten Stück tetxtil, so trefflich von Künstlerhand gestaltet wirklich auf sich hat, kann man dortens bei die Steffi ihr sein Blog nachlesen. Mir gebricht es gerade ein klein wenig an Zeit, dass ich es in aller Ausführlichkeit tuen könnte. Aber eins kann ich noch sagen: Sie hat schon mancherlei Punktgewinne im Gepäck miterlebt. Selbst wenn die Temperaturen das mit sich Führen eigentlich hatten obsolet werden lassen.

Ihr Arschlöcher

Was habe ich euch eigntlich getan? Nur weil mein Wagen kein rostiger Golf I ist, dürft ihr mir den Außenspiegel abtreten? Schon das zweite Mal in diesem Jahr. Ich bin kein Milionär oder ein kapitalistischer Ausbeuter. Das kostet mich wieder 250 Euro und vor allem Zeit! Die habe ich nicht. Ich arbeite für mein Geld, ihr Wichser. ich kriege kein Hartz V. Ich kann nicht morgens rumlungern. Ich habe mir dieses süße Autochen mühsam vom Munde abgespart! Und dafür auf einiges verzichtet!! Aber das interessiert euch nicht. Oh, teuer, kaputt machen.

Aber eins schwöre ich, wenn ich einen dabi erwische oder beim Grafitti-Sprayen gegen die Hauswand, wo ich wohne, dessen Schädel haue ich gegen die Häuserwand. Mit Freuden! Und wenn ich dafür in den Knast muss, ihr Sozialschmarotzer. Euch geht es viel zu gut.

Yes we can – auch wenn es euch nicht passt

Auf dem Weg zur Arbeit, ereilte mich dieselbige. Besser gesagt, derselbige. Wie ich denn bitte schön im KURIER ein Bild aus Braunschweig veröffentlichen könne, auf dem ein Spieler im T-Shirt mit der Aufschrift Aufstieg 2009 – Yes we can“ zu sehen sei. Im Internetforum des Vereins würde man, also Union, schon des Größenwahns“ bezichtigt. Union hat noch keine Aufstiegs-Shirts. Viel zu früh. Und nie im Leben hätte ein Spieler des Klubs so etwas nagzogen. Ob ich das mal bitte im Internetforum des Klubs richtig stellen könne, dass es sich hier um vom Verein ungewollte Werbung für den Verein handele.

Mal abgesehen davon, dass ich als in Braunschweig vor Ort gewesener Reporter keinerlei Einflussmöglichkeiten auf Bildauswahl oder Überschrift gehabt hatte (Was ein Pressesprecher eines Vereins durchaus wissen kann, so er sich denn mit der Arbeitsweise der anderen Seite auseinandersetzt), hielt mich nun eben dieser Anruf von der morgendlichen Pflicht-Lektüre meiner Gazette ab.

Egal. Aufblättern. wenn was schief läuft, muss man schnell reagieren. Und gut. Da war es. Gelbes Leibchen auf rotem Grund. Passte wie angegossen. Montage? Viel zu eng ansitzend. Mein Stutzen hielt auch nicht lange vor, denn die Foto-Autoren-Zeile ließ klar und deutlich erkennen, dass es sich nicht um eine Montage handelte. Ergo musste der Spieler das Shirt tatsächlich angehabt haben.

Und siehe da, auf zahlreichen Bildern der freien Berufsfotografen ist zu erkennen, dass Dogan das Shirt wenig später weiter zusammengeknüllt weiter in der Hand hielt, als er mit seiner im Eintracht-Stadion anwesenden Sippschaft plauderte.

Des Rätsels Lösung: Ein euphorisierter Fan hatte Dogan das Leibchen mit dem Obama-Slogan aufgedrückt. Und er es pflichtbewusst angezogen.

Hatte also nichts mit Übermut oder dem Boulevard nicht uneigenem Übertreibungswahn unsererseits zu tun. Hätte man auch anders rausbekommen können. Aber man musste ja erstmal mit ach so vermeintlich bösen Presse meckern …

EirBerlin

Es ist immer wieder schön zu sehen, wenn große Unternehmen versuchen Profisportler werbetechnisch für sich einzubinden. Jüngst erreichte uns eine freundliche Offerte von AirBerlin irgendetwas mit Pal Dardai zu machen respektive medial zu begleiten. Hatte nur einen kleinen Schönheitsfehler. Denn das Hauptstadt ansässige Lufttransportunternehmen schrieb immer etwas von einem Herrn Dardei.

Ei,ei, möchte man da meinen. Der Ungar ist ja noch nicht so lange in unserer Stadt. Da muss man die korrekte Schreibweise des Namens nicht zwingend verinnerlicht haben. Oder sollte da eine tiefere innere Abneigung beim ausführenden Organ in der Pressestelle zum Sport zu Tage getreten sein?

Die freundlich und dezente Rückantwort meines Herren Vorgesetzten ging daher konsequenterweise auch an EirBerlin. Eine Antwort steht leider immer noch aus …