Pulp Fiction

Manchmal sind Fußballer wie kleine Jungs. Gerade dann, wenn sie das auch noch hauptberuflich ausüben dürfen. Nimmt man ihnen ihr Spielzeug weg, werden sie ungehalten. Und bei Kritik, kann man schon mal ein mittelschweres Böckchen kriegen. Silenzio Stampa ist dann meist die Folge. Da werden Fragesteller geschickter umkurvt als zuvor auf dem Platz die Gegner, da wird jeder Notizblock gekonnt ausgedribbelt. Und Anfragen per SMS ob einer Stellungnahme mit obskuren Zitaten aus Pulp-Fiction beantwortet…

Hach, sie haben aber auch ein schweres Los zu tragen. Immer und immer wieder ballt sich Volkes Zorn über ihnen zusammen. Und dann die ach so böse, hundsgemeine Presse. Die kann einem aber auch schon mal die Lust am Leben vergellen. Nie selber gegen den Ball getreten, aber Urteile abgeben wollen. (Wobei ich allerdings im ungekehrten Fall auch noch nie aus dem Munde eines Profis den Wunsch vernommen habe, er wolle mal einen Artikel für mich schreiben …)

Richtig kindisch werden die Herren in den kurzen Hosen aber wenn es um so etwas vergängliches wie Bewertungen nach ausgeübtem Fußwerk geht. Wenn man dann am Tag danach am Übungsgeläuf vorbeischaut, kann einem schon mal im Vorübergehen zugeraunt werden, ob man den jetzt auch schon fürs Training Noten vergeben würde. Die Steigerung davon ist der direkte Kontakt! Manchmal bekommt man auch ne SMS, in der vorgeschlagen wird, doch gleich ne 6 zu verteilen.

Neben dem Erweckungserlebnis, das ich dadurch heute Morgen unerwartet genießen durfte (ntm: Weniger Hefe ist manchmal mehr!), verschaffte es mir zumindest die Gewissheit, dass ich einen Leser hatte. Und dem war ich, so er denn keine Flat hat, immerhin die Kosten einer SMS wert. Tröstlicher Gedanke.

Reife Leistung

Manchmal kann man sich nur wundern. Es ist schon komsch wenn ausgerechnet der hier
sich hier über die Omnipräsens des aktuellen Dortmunder Trainers auslässt.

Kollege R., der Eitelkeit bestimmt nicht unverdächtig, lässt ja auch keine Gelegenheit aus, sich vornehm ins Bild zu setzen. Gut erinnere ich mich noch an eine Hertha-Partie im Münchner Olympiastadion, wo der feine Herr sein Jacket nicht wie jeder andere Reporter über seine Stuhl legen wollte, sondern ein eigens dafür abgestellter Laufbursche mit einem Kleiderbügel sorgen musste.

Manchmal wird auch ein unliebsames Video über so etwas hier entfernt.

Gut, wenn man mit seiner Omnipräsens sogar bis in die DFL reichreicht …

AVISiert

Anruf bei meiner Autovermietung, weil ich eine Nachfrage hatte zum morgigen Abholtermin. Und nachdem ich nur meinen Namen genannt hatte, kam schon die Frage wie aus der Pistole geschossen: „Sie wollen ein Auto? Spielt Union nicht zu Hause diese Woche?“

Das zwar nicht, aber es ist doch immer wieder nett, wenn man Leuten begegnet, die sich an einen wirklich erinnern können.

Mist, Mist, Mist

Da nimmt man sich extra den Sonntag frei (und damit 75 Euro verlust hin …), um bei seiner AK40 den Punktspielauftakt mitmachen zu können, und dann zwickt der Oberschnkel weiterhin rum. Schlimmer noch, der Coach geht nicht ans Handy ran, seien Mailbox nimmt keine Gespräche an Und nun kann ich nicht absagen. Und soweit ich weiß, sind wir gerade mal elf Mann. Mist. Ach, das hatte ich ja schon in der Überschrift.

So schaffen es auch die Inselaffen

Sie waren nicht dabei. Das Mutterland des Fußballs! Was an und für sich schade war. Man verzichtet ja nicht gerne auf die Wags (Wifes and Girlfriends) bei den großen Turnieren. Vor allem nicht als Presseheini …

(Die Schadenfreude über die Abwesenheit der Engländer war allerdings auch nicht von schlechten Eltern.)

Um sicher zu gehen, dass bei der nun beginnenden WM-Qualifikation die Söhne Albions nicht wieder umsonst mitkicken, plädiere ich für eine Reform.

England kommt in eine Qualifikationsgruppe mit Schottland, Wales, Irland, Nordirland, Färöer, Isle of man und Guernsey! Da müsste es doch mit dem Teufel zugehen, wenn Becks & Co nicht Gruppenerster werden.

Sollte dies nicht der Fall sein, dürfen sie es dank der Falkland Inseln in der Südamerika-Gruppe noch mal versuchen.

Platz vier gilt es dort zu erreichen. Machbar hinter Brasilien und Argentinien.

Doch selbst als Fünfter ist noch nicht alles aus. Da kommt ja die Relegation gegen den Sieger der Ozeaniengruppe. Und da Australien sich in vorauseilendem Gehorsam dankenswerterweise in die Asiengruppe verkrümelt hat, steht einer Endrundenteilname bei der WM 2010 in Südafrika so gut wie nichts mehr im Weg.

Wenn dir der Jahnsportpark auf den Geist geht

Ich neulich zu ihr: „Wollen wir nicht mal zu St. Pauli fahren?“ Sie: Nö, lass man. Langt doch, wenn man sein Herz an einen Loserverein verloren hat.“ Hm, auch wieder wahr. Und trotzdem schade. Millerntor ist schön. Vor allem dann,wenn die AF noch nicht fertig gestellt ist.

Wett-Leiden-Schaft

Der Ball rollt ja wieder. In der Fußball-Bundesliga meine ich. Was den sehr ehrenwerten Kollegen Stefan H. auf die Idee brachte unsere europameisterschaftliche Intra-Net-Tippkick-Runde auf die deutsche Eliteliga auszuweiten. Alles für den Spaß und ’nen 10er pro Mann. Tragbar also.

Und weil ich bei der EURO so sensationell abgeschnitten hatte (am ersten Tag führte ich souverän die Tabelle an!!) wollte ich mir das auch nicht entgehen lassen. Und sieh da, mit 14 Punkten lag ich nach dem letzten Wochenende ganz klar in Führung. Saustark. Zahlte sich endlich mein mühsam, in jahrelanger Arbeit erworbens Fachwissen aus.

Stutzig wurde ich allerdings, dass alle nach mir Platzierten genau 0 (in Worten: Null) Punkte auswiesen. Die konnten doch nicht alle vergessen haben zu tippen?

Die Nachfrage beim Kollegen H. ergab dann, dass der Ligaalltag nur Fünfen von voher 26 eine Wettrunde wert gewesen wäre und er daher die Runde nicht gestartet hätte. Na super. Zu früh gefreut. Nur gut, dass wir darüber gespochen haben.

Vielleicht sollte ich aus Trotz jetzt einfach weiter tippen. Ich meine, Platz 1 ist mir ja jetzt nicht mehr zu nehmen. 😀

Ob das gut geht?

Heute morgen festgestellt, dass meine Besucherin des Nächstens beim ziellosen Greifen nach einem Schlafnicki ausgerechnet ein Spanien-Shirt erwischt hat.

Zur Steigerung meines Unbehagens war dann da das ältere Ehepaar, dass in der S-Bahn sich seine Euro-Münzen ankuckte. Und dabei etwas von Espana vor sich hinmurmelte. W

enn das so weiter geht, dann gute Nacht Deutschland heute im Finale …