Fragen über Fragen

Es ist immer wieder interessant zu sehen, wie weit Menschen sich in ihren Blogs outen. Und immer wieder stelle ich mir da die Frage: Kann ich das auch? Will ich das? Wie weit soll der Hang zum Seelen-Exhibitionismus wirklich gehen? Gibt sogar schon Leute in meiner Branche, die deswegen ihren Job verloren haben.

Wenn man sich nicht öffnet, ist der Blog bestimmt langweilig. Wenn ich ihn nur für mich schreibe, könnte ich auch alles in den Tiefen meines PC verschwinden lassen.

Verzweifelung

Freiheit zu geben, Freiraum zu lassen

Nicht immer ganz leicht, schon gar nicht zu fassen

Wenn dunkle Schatten die Seele bedrohen

Vernünft’ge Gedanken ganz einfach verrohen

Kaum richtig begonnen, das Leben zu zweit

Droht Zersplitt’rung dem, was noch nicht so weit

Nie richtig gemeinsam zusammen gelebt

Dann alles in Grundfesten schon erbebt.

Ist’s wahr? Kann’s sein? Ich glaub’ es nicht!

Auf anderes war ich doch erpicht

Das was ich muss, nicht was ich fühle

Bracht gar mich nun zwischen die Stühle

Kein Trollo mehr. Auch kein Big T!

Ach Sarah du, verlass mich nie.

Es ist das Neue, was betört

Das Alte dann halt einfach stört

Zu spät. Vorbei. Es bleibt nur Schmerz

Und ein total gebrochenes Herz

Freiheit

Du hast sie gefordert. Vehement. Grenzenlos.

Du hättest sie haben können. Uneingeschränkt. Gegen Offenheit.

Doch wer schweigt, der lügt. Wer lügt, der betrügt.

Und sollte sich dann nicht wunden,

wenn er auf einmal sich im goldenen Käfig wähnt.

Ausbrechen? So was geht nicht unbemerkt.

Zerstört zudem all die Versuche, sich zu bessern.

Weil du Salz in alte Wunden streust,

die du selber geschlagen.

Und nicht mit verblassten Narben verwechseln solltest

Eine Anstrengung

Sie hat mir mal entgegengeschmettert: Ich habe dich vier Jahre nicht betrogen. Ob das stimmt, lassen wir mal dahingestellt. Selbst wenn sie recht haben mag. Aber so wie sie sich gab, konnte man eh nicht mehr unterscheiden, wo Wahrheit und Dichtung anfingen.

Schlimmer war, es klang wie eine Leistung. Wie eine Anstrengung. Eine außergewöhnliche sogar. Das versteh ich nicht. Ist es nicht normal, dass, wenn man liebt, andere da keinen Platz haben?

Okay, die meisten Angebote gab es immmer, wenn ich glücklich liiert war. Aber denen bin ich dann mit Absicht ausgewichen.

Wie auch immer es passiert, das du in tiefer Trauer ein rotes Blinklicht auf dem Kopf hast, dass jeder wahrnimmt. Nur du nicht selber. Und das Blinklicht sagt: Finger von dem Typen. Mach einen Bogen um ihn!

Dabei würdest du nichts mehr gebrauchen können, als ein bisschen Ablenkung und Zuneigung. Aber die gibt es dann halt nicht.

Der Tag hält nicht, was er versprochen hat …

Fing eigentlich ganz gut an alles heute. Nicht jeder Gedanke galt ihr. Ausnahmsweise fats keiner. Und dann kam eine Mail, mit der sie sich dafür entschuldigen wollte, dass sie sich nicht gemeldet hätte nach ihrer Rückkehr aus den Staaten. Aber sie sei dienstlich für ein paar Tage weggewesen und hätte keine Zeit gehabt. Halbwahrheiten, wie immer. Hat sie schon vergessen, dass sie mich am letzten Mittwoch von ihrem Festnetz aus bei mir zu Hause angerufen hat? Da war sie schon wieder einige Tage im Lande. Wie soll man da Vertrauen haben?

Die Abschiedsformel „Gruß und Kuss“ macht mich nur wütend. Geküsst hat sie mich doch eh nicht mehr seit damals, als sie auch dem anderen nicht nur den Kuss verweigerte.

Und schon sind meine grauen Zellen wieder nur mit dem einem Thema beschäftigt. Mit ihr, die ich immer noch liebe. Na super ….

Muss das sein? Warum auch noch im Schlaf?

Welch ein fieser Traum! S war da. Und irgendwie werden wir intim. Obwohl wir seit 47 Tagen getrennt sind. Keine Gegenwehr beim öffnen ihrer Bluse. Der BH verschwindet. Ihre Nippel werden hart bei meiner Berührung. Und als ich dann in der Folge in sie eindringe, bricht es aus ihr heraus. All das, was ich eh schon weiß. „Ich hatte einen anderen“, heult sie, während ich mich in ihr bewege. Und ich schleudere ihr all, das entgegen, was ich ohnehin schon weiß, obwohl ich es gar nicht wissen kann bzw. darf. Erst gibt sie es zu. Endlich mal ehrlich, obwohl es zu spät ist. Ich schleuder ihr den Namen entgegen. Bei dem sie nicht mal zuckt, weil sie weiß, dass es war ist. Und sich dann irgendwann in abstrusen Details verfängt, die sie leugnet.

Dann wache ich auf. Muss mich das alles auch noch in meinen Träumen verfolgen? Finde ich denn auch im Schlaf keine Ruhe mehr? Wie viele Tränen müssen noch fließen, ehe man zur Ruhe kommt? In einer Friedhofsruhe, wo einen keiner mehr verletzen kann. Aber auch keiner mehr einen berührt …

Was tut man nicht alles aus langer Weile

Ich musste dem Monster entfliehen, dass immer hinter meiner Tür sitzt und gierig lauert. Mich sofort anspringt in der Sekunde, wo ich den Schlüssel im Schloss umdrehe und das betrete, was mal ein Zuhause war. Dunkle Bullaugen schauen mich dann an. Da nützt es auch nichts, dass ich die Vorhänge vorziehe.

Also raus. Wieder mal raus. Diesmal zu einem viertklassigen Fußballspiel am anderen Ende der Stadt, dass über 90 Minuten ein knallhartes Plädoyer für die Abschaffung der Oberliga im Allgemeinen und der NOFV-Staffel Nordost im Besonderen war. Grottenkick ist noch untertrieben. Allein die Fehlpässe wirkten einstudiert. Aber es lenkte ab. Zumindest für die Dauer dieser knapp zwei Stunden.

Doch auch so etwas hat nun mal ein Ende. Und auf der Rückfahrt mit mir selbst gewannen all meine Gedanken wieder die Oberhand.

Einzig die Gruppe von Amerikanern neben mir, sorgte für kurze Abwechslung. Ein kleiner Junge wurde aus Spaß von einer jungen Frau aus Kalifornien zwischen ihren durchaus hübsch anzusehenden Beinen festgekemmt: „You are trapped“, scherzte sie mit ihm. Ich hatte nur eien kurze Frage: „Isn’t it a bit early for a boy that size to be trapped between a womans legs? That will be his fate for ever after …“ Brachte einen verschämten Lacher. Aber keine weitere Unterhaltung. Sind halt doch ein klein bisschen prüde usnere amerikanischen Freunde.

Blieb wieder nur die Margarete. Habe dann um 2 Uhr mit Stühle reingestellt. Und in meiner Wohnung kam das Monster für ein paar Stunden nicht mehr an mich ran. Süßer Schlaf.

Da ich gerade mal wütend werde

Mein besonderer Dank gilt (auch wenn sie es wohl niemals lesen werden):

Judith H., aus LG, jetzt in Schleswig-Holstein: Danke für die vielen Anrufe. Kümmere dich nur noch um deinen Nachwuchs. Und falls wir noch irgendwann mal Probleme besprechen sollten, dann bitte nicht, während du bei einer Friseuse sitzt (war ein bisschen entwürdigend)

Sonja M. aus B., jetzte in Aachen: gut dass du zu tun hast …

Franziska J aus B.: dir habe ich an einem Freitag im Juli mitgeteilt, dass ich wieder solo bin. Du wolltest am Sonntag zurück rufen. Ich warte immer noch …

Habe jetzt keine Lust, diese Liste fort zu schreiben. Aber es ginge spielend. Leider!