Ruf mich nicht an

Wie soll man es einem Menschen klar machen, der Fußball nicht mag? Wie erklärt man es ihm, für den der Satz „Some people believe football is a matter of life and death, I am very disappointed with that attitude. I can assure you it is much, much more important than that“ ein Buch mit sieben Siegeln ist?

Dabei hat der alte Schotte noch untertrieben. Es fängt schon morgens an. Dieses Kribbeln, das einen den ganzen Tag nicht mehr loslassen wird.  Diese nicht enden wollende Spannung, dieses Hochgefühl. Weil du weißt, Tage wie diese, sollten nie zu Ende gehen.

Von Minute zu Minute wirst du ungeduldiger. Ja, Chef, wird erledigt. Natürlich. Gleich morgen früh und sei es mit nem Kater. ABER! NICHT! JETZT!

Die quälende Frage: Was ziehe ich bloß an? Welches Trikot? Das kleine Schwarze? Finale dahoam? Ne, das hat beim letzten Mal schon kein Glück gebracht. Nein, wir sind ja nicht abergläubig. Natürlich nicht. Aber nicht ohne Grund wolltest du es der Altkleidersammlung spenden. Sollen die doch auch mal ein quasi unbenutztes Markenprodukt aus dem Hause mit den drei Streifen weiterverschenken können. Die 30 Euro!! Pah.

Lassen wir das. Es gibt wichtigeres. Der Zeiger tickt. Unerbittlich .Und doch will er nicht vorangehen. Stunden bis zum Anpfiff. Die letzten SMS. Du kommst auch noch? Okay. Beeil dich. Keine Plätze frei. Zumindest nicht lange.

Keine Atempause. No mercy, no surrender. Du rennst, hastest machst, nur um dann dabei zu sein. Entgegen deinen Gewohnheiten eilst du noch vor dem ersten Kaffee vier Stockwerke hinunter, nur um beim nächstgelegenen Kiosk den Kicker an dich zu zerren. Hatte ich meine feuchten Hände schon erwähnt?

Seit Wochen hast du gewartet. Dich durch grausame Vorrundenspiele gequält. Abends, allein. Geographie gepaukt durch die Reisen in aller Herren entlegenen Länder. Rosenheim Trondborg sei uns selig. Und ist aber auch egal. Nichts und niemand kann und darf einen jetzt stören.

Du hast dich gerade von deinem Freund getrennt? Glückwunsch, schön für dich. War ja auch Zeit. Gutes Timing, übrigens. Da kannst du ja heute Abend …  Wie jetze? Reden? Ich hab schon Leute aus weniger nichtigen Gründen gevierteilt.

Jetzt gilt’s..Du machst dich bereit wie Javi Martinez vor dem entscheidenden Zweikampf. Du fährst die Ellenbogen aus und behauptest dich am Tresen deines Vertrauens gegen all die Eventkucker, die WM mit EM verwechseln. Mailand, Madrid, Hauptsache Italien – so strömen sie in die Vorführhallen. Gerne auch fünf Minuten nach Anpfiff, nur um dann entsetzt festzustellen, es sei doch bloß Fußball. Wieso  es denn so voll sei? Titten?  Nimm sie weg. Und hör auf jetzt alle der Reihe nach zum umarmen, du stehst im Weg for Gods sake. Gute Kinderstube? Mir doch egal.

Tagelang lächelst du Abends beim Kneipier deines Vertrauens, wohl wissend um seine Laune, wenn wieder einmal der Festnetzglocke schriller Ton erschallt und ein weiterer Ahnungsloser der Reservierung bedarf. Ja sicher, gerne doch. Und wieder nur ein Tee wie beim letzten Tatort?  Bisschen Kandis gefällig? Arme Irre.

Herr, Ober. Ein Bier noch. Eins geht noch vor der Pause. Selbst wenn die Blase noch so drängt. Die Leberwerte können warten. Und du räumst deinen Platz nicht. Zwischen dir und dem Erfolg liegen nur noch Sekunden. Du starrst auf dem Bildschirm, als gebe es kein Morgen mehr.

Gierig saugst du letzten Infomationen aus dem Netz. Süddeutsche, Bild, Spox. Die Mann-gegen-Mann-Vergleiche. All die guten wie schlechten Omen, die Wahrscheinlichkeiten und Zufälle, die Verletzungshistorien, Formkurven und die drohenden Gelbsperren. Du kannst sie runterbeten wie ein Mantra.

Dabeisein. Mittendrin. Nicht nur dabei. Das ist alles, was jetzt zählt. Du likest Fotos von Freuden, die eins der begehrten Tickets ergattern konnten und via Gesichtsbuch dich daran teilhaben lässt. Du twitterst das Innerste aus dir heraus. Momentaufnahmen für die Ewigkeit. Von denen du auch Monate später noch erzählen wirst. Von all den Flüchen. Dem Daumendrücken. Die orgiastischen Torschreie, die so laut waren, dass man mit ihnen – als Energie genutzt – eine mittlere Großstadt problemlos mit Strom hätte versorgen können.

Go Borussia, Go! Stern des Südens, come on! The road to Wembley …

Die Schlusspointe? Denke Sie sich selber eine aus. Ich muss los.

 

 

Perfekter Service, korrekte Preise … (Szenen meines Lebens XIII – nicht zwingend in chronologischer Reihenfolge)

nur die Lüftung summte leise. Äh, ne machte sie nicht. Aber ich war ja auch nicht in dem von „Die Sterne“ besungenen Kiosk unterwegs. Sondern nur beim Phonedoctor. Obwohl, was heißt da nur. Ich hatte da nämlich ein Problem. Mein geliebtes iPhone, unentbehrlicher Helfer in fast allen Lebenslagen, verhielt sich seit geraumer Zeit so wie es dem Fischer  mit seiner Ollen erging: Myne Fru de Ilsebil, will nich so, als ik wol will. Es wollte nicht mehr. Und zwar vor allem eins: Laden!

Tücke des Objektes. Es kann der beste nicht in Frieden appen, surfen oder phonen wenn es dem bösen Akku nicht gefällt. Wer immer schon sich mit diesem stromverzehrenden Nützling auseinandergesetzt hat, wird um meine Verzweifelung wissen. Nicht  umsonst trägt man sich als iPhone-Besitzer des öfteren mit dem Gedanken, eins dieser herrenlosen Atomkraftwerke zu  erwerben. Und das ungeachtet der ungelösten Endlagerungsproblematik. Das hätte man als Kollateralschaden billigend in Kauf genommen. Allein der Mangel an drahtlosen Energie-Übertragungs-Wegen lässt einen dann für gewöhnlich doch davon Abstand nehmen von solchen, ein klein wenig übereilt erscheinenden Kaufentschlüssen.

Wo war ich? Ach ja. Mein 4s. Wie gesagt, es lud nicht. Bzw. höchst renitent. Kaum hatte man ihm eine neue Energiequelle erschlossen, versuchte es einen reinzulegen. Leichteste Berührungen am Kabel langten, um mit einem liebreizenden Geräusch seine Fütterungsverweigerung anzuzeigen. Alles Gute Zureden half nicht. Teenager im schönsten Pubertätsstadium haben ein vergleichsweise offenes Ohr für die Fürbitten ihrer Altvorderen im Vergleich zu der Ladewilligkeit meines Smartphones.

Was zunehmend zu Komplikationen führte. Nicht selten stürzte ich, Technik und Sonstiges eielnd zusammenraffend, des Morgens aus meinem Domizile, nur um dann wenig Minuten später eine nette Energie-Warnung zu bekommen. Äh, wie jetze? Hatte ich das verdammte Ding nicht neben meinem Bett strömlings gefüttert? War ich in unruhigem Schlafe schon wieder an den Stecker gekommen? Man fühlte sich nackt. Bloßgestellt. Entwaffnet.

Panikattacken bemächtigten sich dann in der Regel meiner. Ein Wettlauf mit der Zeit und der Hoffnung, dass die S-Bahn mal nicht einen Pendelverkehr eingerichtet hätte. Werde ich es noch schaffen zur nächsten Energiequelle? Einen Hort der Stille finden, ehe der Apfel auf dem Display hohnlachend ein letztes Mal vor Arbeitsverweigerungsbeginn aufleuchten würde? Denn sakrale Überhöhung war schön nötig. Also das Ablegen meines Schatzes auf einem erdbebensicheren Ort, einem Altar quasi. Gollum, Gollum. Eine Stelle, an der das Kabel nicht allein durch böswillige Blickkontakte sich bewegen konnte. Denn dieses jedes Mal fest in der Hand zu halten, den Wackler so zu umgehen, konnte ja auch nicht der Weißheit letzter Schluss sein.

Fragen im Kollegenkreise wurden achselzuckend beantwortet. Gehe er Graves, wurde mir gesagt. Die werden den Renitenzling einschicken. Man bekäme dann halt ein Neues. Das bisschen neu Konfigurieren müssen man eben in Kauf nehmen. Die Daten hätte man doch sicherlich in der Cloud. Mal abgesehen davon, dass ich Wolken, die nicht am Himmel ihr Dasein fristen, ein tiefes Misstrauen gegenüber hege und sensible Daten ungern in fremder Obhut lasse, konnte ich der Aussicht nicht viel abgewinnen. Das hieße doch für ein paar Tage ohne mein über alles geliebtes Kommunikationsgerät durchs Leben zu wandeln. Ersatz würde ja sicherlich nicht sofort parat stehen. Ein finsterer Gedanke zusätzlich zudem ohnehin wenig erbaulichem ständigen Energieproblem.

Dass das auf Dauer kein Zustand ist, versteht sich von selbst. Zumal das nächste subventionierte Apfelprodukt ob meines Anbietervertrages noch ein paar Monate auf sich warten lassen würde.

Und  so stand ich nun dieser Tage nach Redaktionsschluss, eine knappe halbe Stunde vor Ladenschluss in der ehemaligen Dimitroff Straße seltsam orange-gewandetem Personal gegenüber, in der Hoffnung, dass sie sich meiner erbarmen und nicht vertrösten würden.

Das Ambiente? Karg! Ein länglicher Tresencounter. Ein paar technische Gadgets schlummerten an den Wänden. Schrille iPhone-Bumber und Hüllen warteten auf neue Besitzer. Produkte in den Regalen. Auch in Töpfen oder Schalen. Orange? Warum Orange? Assoziationen zur BSR schossen mir druch den Kopf. Ein Mann am Frontdesk. Weitere, gelangweilt herumlungernde Personen irgendwo auf den Quadratmetern dahinter. Out of sight, zumeist.  Alle schon anscheinend im Feierabendmodus. Mit sich und der Welt beschäftigt. Keks gefällig? Oha, sollte das wirklich noch was werden heute? Der Zeiger meiner nicht vorhanden Armbanduhr rückte bedrohlich und unaufhaltsam weiter.

Neben meiner Wenigkeit waren zu dieser vorgerückten Ladenstunde zwei weitere Hilferheischende in der Handypraxis. Die eine rief auf Englisch ihren Entriegelungs-Code einem nicht sichtbaren Dritten hinterher, nur um sich sofort zu korrigieren. Verstehe. Kenn ich. Eintippen geht automatisch. So wie der PIN-Code an den Bargeldautomaten. Aber wehe man denkt drüber nach. Da sind Vertipper – aufgepasst Freunde der deutschen Zunge – programmiert. Nicht vorprogrammiert! Ein Programm lässt etwas automatisch ablaufen. Da braucht es kein vor. Das gibt es im Versehen, beim Vorabendprogramm. Aber über Sinn und Zweck dessen wollte ich mich hier ja gar nicht auslassen.

Zurück also zur Telefonseelsorge und seinen orange gewandeten Helfern in der technsichen Not. Person Nr. 2, ein älterer, etwas abseits wartender Herr, wurde justamente nach vorne gebeten, als ich mich an die Tresenkraft wenden wollte. Okay, war ja eher da. Dachte er würde schon bedient. werden. Künstlerpech halt. was komme ich auch auf den letzten Drücker. Und dann geschah etwas, was ich in der Service-Wüste Deutschland kaum für möglich gehalten hätte. Noch während er im Abrechnungsvorgang mit dem älteren Mitbürger war, rief er nach hinten seinen Kollegen zu, es möge doch bitte jemand nach vorne kommen. Um! Mich! zu! Bedienen!

Hammer! Wer jemals versucht hat kompetenten Rat oder auch nur eine Auskunft zu erhalten – womöglich gar auf die Schnelle oder gar kurz vor der Mittagspause – in einem Amt oder über eine x-beliebige Telefonhotline von sagen wir einmal ein Unternehmem das mit T anfängt und Elekom aufhört -, wird mein bass Erstaunen verstehen. Fetzt! Völlig egal, ob ihr weiter in Orange oder künftig in grünen Hemden mit rosa Sternen rumlauft. Der Kunde als König? Wow!

Und es wurde noch besser. Kein “ Kommen sie morgen wieder“. Oder: Das wird teuer.  Zwei MInuten des Erklärens, ein kurzes Nicken, das iPhone ausgehändigt und hastunichtgesehen war er wieder da. Mit meinem Schatz. Stecker rein, Stecker raus, Stecker rein, Stecker raus. Es klappte. Heureka. Kein Austausch irgednwelcher Teile nötig. Kein hartnäckiges Softwareproblem. Schmutz. Flusen. Dreck. Kurz, alles was man so in Hosentaschen hat, hatte sich dort festgesammelt. „Alte Problem. Kennen wir“, so sein fachmännischer Kommentar. Und als Krönung des Gnazen wollter er jetzt nichts haben. Nüscht, Gar nix. Niente. Keine müde Mark. Nicht mal nen Pfifferling.

Abzocke ein Fremdwort. Hatte ich schon mein Erstaunen erwähnt? Ja? Hatte ich?

Und wenn jetzt einer fragt, ob das hier schamlose Werbung sein soll für den Phonedoctor, dem schmettere ich ein schlichtes ja, ja und nochmals ja entgegen .

Um es mit Tui zu sagen; Sie haben es sich verdien!

 

Es geht also doch (Bunkis Ballerlei II)

Frohlocket. Es geht also doch. Man kann gegen den FC Ruhmreich zu München zu Treffern kommen. Podolskis Lukas hat das ja unter Woche – wenn auch begünstig von Manuel Neuers neuer Tanzkreation (Ein Schritt vor, einen zurück, staunen, stehenbleiben) – schon mal vorgeführt. Nun die wackeren Recken des SV Werder, die trotzdem nicht viel Spaß dran hatten gegen Contento, Luiz Gustavo, Shaqiri & Co. Womit schon eigentlich alles gesagt ist. Wenn diese Nebendarsteller genügen, dem einstmals so starken Nordlicht dasselbige auszublasen, dann ist das beredt genug, die Stärke der Bajuwaren zu demonstrieren. Es ist nicht mehr die Frage,  ob sie Meister werden und den Ligarekord von 81 Zählern der Dortmunder pulverisieren, sondern nur noch wann.

Womit alles, wirklich alles dem Pokal-Schlager am Mittwoch gegen Dortmund entgegenfiebert. Die beiden besten deutschen Mannschaften der letzten 19 Monate prallen aufeinander. Vizemeister gegen den amtierenden Champions, Rekordpokalsieger gegen  Titelverteidiger, Spitzenreiter gegen den Tabellenzweiten. Werden es die glorreichen 7 für den BVB, die sechs Mal in Folge von den München nicht zu bezwingen waren und dabei fünf Siege landeten? (Man komme mir bitte jetzt nicht mit dieser  Sommer-Zirkusveranstaltung namens Supercup oder wie der sich sonst gerade schimpft. Der zählt nicht!) Oder schlägt das Imperium nach all der erlittenen Schmach endlich zurück?

In diesem Spiel wird sich zeigen, ob die Heynckes-Schützlinge wirklich das Zeug zum Tripple haben.

Und sonst so? Wie es unserer Lieblings-TSG geht, hat Andreas Burkert bereits in der Süddeutschen trefflich kommentiert. Dem ist nichts weiter hinzuzufügen. Ja nicht mal eine Träne.

Seine Durchlaucht Kaiser Franz I. bringt Loddar M. ins Gespräch. Und zwar nicht für dieses Amt hier

sondern allen Ernstens als Bundesligatrainer. Der Franke soll zu den Franken. Und  bei allem Gelächter, wenn man kurz mal darüber nachdenkt, hat die Idee was. Endlich müssten wir nicht darauf warten, dass seine nächate Lebensgefährtin in ca zwei Jahren ihre mittlerer Reife absolviert. Hier hätte unser Rekordnationalspieler nochmal die Chance auf deutschem Blut und Boden zu zeigen, dass er als Trainer doch etwas drauf hat. Falls er die Kleeblätter in der Liga hält, Chapeau. Wenn nicht, könnte er mit einem vernünftigen Neuaufbau in Liga zwo nachweisen, dass er es doch drauf hat. Womit dem Kind der Liga ein Teppich für die Rückkehr ausgebreitet werden könnte. Und das nicht nur als Greenkeeper beim FC Bayern.

In Frankreich durften wir ein Comebeckham erleben. Leider konnte der Ex-Fußballstar, derweil zur Marketing-Ikone seiner selbst mutiert, den 2:0-Sieg seiner PSG gegen Marseille auch nicht verhindern. Die Scheichs sonnen sich wieder im Glanze der sicheren Tabellenführung, können also die altehrwürdige PSG weiter umetikettieren wie es sich sonst nur ein österreichisches Brausekombinat herauszunehmen beliebt.  Bleibt als einzige Hoffnung, dass in Europa ihnen die Grenzen aufgezeigt werden. Ich hätte da auch schon eine Idee, wer das mal so eben erledigen könnte. Hallo die Herren Contento, Luiz Gustvao, Shaqiri & Co., schon was vor in den ersten Apriltagen?

Parkplatz des Grauens (Szenen meines Lebens XII – nicht zwingend in chronologischer Reihenfolge)

Hach. Ein freier Parkplatz. Und nicht nur einer. Die ganze Straße. Der ganze Park am Ostkreuz. Äh, frei? Alles? Wtf? Ich weiß nicht, wie viele Sekundenbruchteile es brauchte, ehe es mir dämmerte. Da bedurfte es fast schon gar nicht mehr des Blickes auf das temporäre, absolute Halteverbotsschild. Das war nur die finale Gewissheit. Mist. Mist. Und nochmals Mist.

Schwertransport. Wahrscheinlich für die Bauarbeiten an unser aller Rostkreuz. Daher war dieser Raum frei zu machen gewesen. Für nicht mal 20 Stunden. Was ja kein Problem gewesen wäre. Wenn ich die Schilder gesehen hätte, als ich am Samstagabend nach dem Grottenkick gegen Ingolstadt nach endlosem umhercruisen nicht so froh über die den allerletzten Parkplatz in ungefährer Nähe meines Domizils gewesen wäre. Tirilili, welch Glückes Geschick,  hatte ich da noch gedacht. Gut Ding will eben Weile haben. Hatte schon weiter weggestanden. Und da ich das gute Gefährt bis zum nächsten Ausflug zur Bunkine nicht benötigen würde, verabschiedete in mich von meinem getreuen Vierreifler frohen Mutes auf ein baldig Wiedersehen in drei Tagen.

Doch es kann der Beste nicht in Frieden parken, wenn es dem bösen Wanderungsverkehrszeichen nicht gefällt. Ja, ich weiß, plötzlich auftretende Halteverbote wegen Umzuzg und so kannte man. Davor sollte man als Wahl- oder Ur-Berliner immer auf der Hut sein. Aber diese modernen Wegelagerer des Straßenverkehrs, diese Raubritter in Blechgestalt waren doch alle immer streng an der Wand lang. Also vor den Häusern und nicht auf der Parkseite. Da kuckt man zweimal hin! Mindestens. Nicht im Traum hätte ich aber mit so etwas gerechnet. Missmutig grummelte ich vor mich hin. Und das nachfolgende Gespräch mit den Herren Ordnungshütern, wo mich denn mein edles Blechross erwarten würde, stimmte mich auch nicht froher.

Ein lockerer Fußmarsch durchs beschauliche Friedrichshain harrte meiner. Und zu spät zur Bunkine kam  ich auch noch. Dass mich zudem mal wieder Fanpost vom Polizeipräsidenten erwarten würden, wollen wir dabei nicht unerwähnt lassen. Hatte ich schon Mist gesagt?  Ganz ehrlich, dass war der teuerste Parkplatz meines Lebens.

Eine Träne für Mirko (Bunkis Ballerlei I)

Vergießen wir hier eine Träne. Für das gar grausige Schicksal von Slomkas armem Mirko. Der musste – oh Unbill – auf die Tribüne. Ist ja wie ins Bett ohne Abendbrot. Barfüßlings womöglich. Schlimm so was. Mein Mitgefühl. Und hoffen wir, dass diese meine Träne („Eine für Mirko, eine für mich“) dereinst eine ähnliche Berühmtheit erlangt wie seinerzeit die des göttlichen Sir Peter Ustinov in Quo Vadis. Natürlich hat Mirkolein nichts gemacht. Machen sie ja nie, nie, niemals nicht diese Herren Übungsleiter. Schiedsrichterschelte? Ich doch nicht. Und überhaupt, was ist das eigentlich so ein Schiedsrichter? Kann man das essen? Kenne ich nicht, brauch ich nicht. Höchstens wenn er Elfer für uns gibt.

Lachtränen gab es bei mir auch an diesem Sportwochenende.Und zwar was  den altehrwürdigen Traditionsklub mit nach Sinnsheim ausgelagerter Spielstätte angeht. Kollege Jan-Christian Müller fasst es sehr hübsch zusammen:   „Derart unorganisiert, kraft- und planlos, wie Hoffenheim gegen ebenfalls verunsicherte, aber immerhin taktisch gut eingestellte Stuttgarter auftrat, gehört der zusammengewürfelte, strukturlose Haufen überall hin, aber ganz bestimmt nicht in die höchste deutsche Spielklasse.“ Derzeit tun sie wirklich alles dafür, dass sie sich eine Zusatzeinnahme am Ende der Saison in Form eines Relegationsheimspiels sichern. Steckt bestimmt ein kluger Kopf, äh Hopp dahinter. Denn der erhob, der ständigen Anfeindung des unlauterern Mäzenatentums leid, ja schon mehrfach die Forderung, dass die Kraichgauer endlich auf eigenen Füßen rumstehen müssten, wenn sie das schon nicht auf den Füßen des Gegners schaffen.

Einen Preis für die küzeste Zusammenfassung eines 90-minütigen Spiels würde ich gerne der Süddeutschen für ihr „Reus, Reus, Gelb-Rot, Reus“ verleihen. Auf den Punkt gebracht. Made my day. Auch wenn ich gerade keine Preise zur Hand habe. Zmindest keine, auf die die Sueddeutsche Wert legen würde.

Blicken wir zum Abschluss dieses Ballerleis über den Tellerrand hinaus nach Frankreich und freuen uns kurz mit dem sich im Abstiegskampf befindenden FC Sochaux, dass er ein fröhliches „Scheich di“ gen Paris rufen kann. Es tut immer wieder gut, wenn den RedBulls dieser Welt eine lange Nase gezeugt werden kann.

 

Ist gut jetzt!!

Ja, doch. Wir hatten alle unseren Spaß. Vorher das Geplänkel. Verbal und diversen Foren. Mit dem Aufmarsch im Herzensgebiet der Anderen und der Antwort darauf. In den Gazetten, bei der Arbeit und in den Kneipen. Und bis auf die Nummer mit dem Bus nicht mal grenzüberschreitend. Doch da da kein wirklich großer Sachschaden entstanden ist, diesmal nicht –  wie auch schon vorgekommen – das Haus einer Privatperson attackiert worden ist, kann man das vielleicht ein allerletztes Mal als Folklore, als gelebtes Derby-Brauchtum abhaken. Ist ja kein Mädchenpensionat hier. (Oder war das jetzt schon wieder ein Rütteln an der Sexismusdebatte und daher gar einen Aufschrei wert? Nicht? Puh. Glück gerhabt.) Aber note not to myself: Repetita non placent!

Dann das 2.2 in einem tollen Derby. War das spannend. Keiner hat verloren (außer vielleicht dem Mann, der es für gewöhnlich nicht so gern sieht, wenn die Wessis in seinem Stadion jubeln Ooder war es: Der es nicht gern sieht, wenn ein Wessi ihn in seinem Stadion auswechselt?)  Die einen haben Moral und individuelle Klasse bewiesen, die anderen eine ihnen nie zuvor zugetraute Leistung abgerufen. Der Hauptstadtklub kann seinen Alleinvertretungsanspruch in Liga eins ab August spazieren führen. Und für die Köpenicker bleibt das Vergnügen, einmal mehr den großen  Bruder geärgert zu haben. Jeder hat eine Stadtmeisterschaft gewonnen. Die Roten 2011, die Blauen 2013. jeder fünf Punkte und 6:6 Tore auf dem Konto. Nur aufgrund der Softskills liegt Union in der ewigen DFL-Stadtmeisterschaftstabelle hauchdünn vorn, wenn man die knallharten UEFA-Richtlinien für große Turniere als Maßstab anlegst. Union hat 4:3 Auswärtstore. Hertha 3:2. Und auch die Fairplaywertung ist nach vier Duelle mit 8:10 Verwarnungen gerade so eben in Köpenick gelandet.  Alles schick also.

Daher könnte man doch endlich einmal aufhören, dem Gegenüber immer wieder alles und alles haarklein vorzurechnen. Mietnomaderei hier. Vermeintliche Ligauntauglichkeit für ganz oben dort. Hier: Wir hätten ja alle gern gesungen und Remmidemmi gemacht – aber mimimimi – ihr habt uns doch keine Karten gegeben, ihr Bösen. Ihr wolltet ja in eurem Winzstadion spielen. Dort: Ihr seit nicht mal zu hören, wenn ihr doppelt so viele seid. Diese wechselseitigen Verweise auf Kartensubventionierungen via Grupon oder Kaisers. Dieses manigfaltige Vorrechnen, was Kommerz ist und was so gerade eben noch nicht. Das Aufrechnen der Lobbyisten oder der einstigen Mauscheleien. Und, und und …

Wisst ihr was? Es langweilt langsam. Es explodoeren die Beiträge bei dimatetral entgegengesetztem Inhalt. Lasst es doch, bitte. Ratioo schlägt nun einmal emoztio nicht. Liebe kennt keinen verstand. Weder bei Frauen noch beim Fußball. Und nehmt endlich mal wieder Formen an. Dieses Gekeife ist ja unerträglich. Von der Wortwahl will ich gar nicht erst anfangen. Dieses ewige „Der hat aber angefangen ..“ Kann man jetzt endlich mal aufhören, ständig immer noch nur  auf den anderen zu schielen. Der Drops ist gelutscht bis zu einer Neuauflage. Lasst doch jeden ein Ding machen in aller Ruhe. Vielleicht zeigt es sich ja eines Tages doch, welches der bessere Weg ist. Ob es die eine Fußballkultur ist oder die andere. Was sich wahrscheinlich nie final klären lässt. Denn Kultur ist immer vielschichtig, nie eindimensional.

Aber immer und immer wider dem Gegenüber den Spiegel (der Selbstgerechtigkeit) vorzuhalten ist sinnlose Zeitverschwendung. Der Kampf gegen die Instanzen ob und wie eventuell Pyros in Stadien zuzulassen sind, wäre da viel besser. Zu klären, ob nur die Biedermeier im fernen Frankfurt am Main Emotionen zu respektieren haben oder die Brandstifter, dass eine Mehrheit der Stadionbesucher das Feuerwerk mitnichten als Bestandteil des Spiels begreift oder schlimmer noch als störend. So dass die Pyro-Romantiker ihrerseits das vielleicht sogar mal respektieren müssten. In dieser Debatte wären imho Anstrengungen viel sinnvoller untergebracht. .

Doch zurück zum Thema Jedes Berliner Lager verfolgt gerade ehrgeizige, spannende Ziele und sollte daher jetzt mal wieder vor seiner eigenen Haustür kehren. Da hat er genug damit zu tun, um seinen Klub auf seinem Weg weiter voranzubringen.Die Frage der Integration der gewachsenen eisernen Gemeinde. Der Versuch bei dem Weg voranzukommen, nicht zu viel Tradition und geliebtes Brauchtum verlieren oder auf dem Altar des schnöden Mammons opfern zu müssen.

Ich finde es besser, wenn Beispiele von sich aus beredt genug sind, um für den Klub zu werben. Wenn das Ambiente gefällt und zum Verweilen einlädt. Womöglich gar zur Wiederkehr. Diese ewige Betonung der Andersartigkeit, das permanente Heraustellen der vermeintlich Einzigartigkeit, der inhaltlich richtige aber langsam anödende Hinweis auf die Abwesenheit von Klatschpappen oder von Eckfahnen-Werbung trägt aber nun wirklich nicht dazu bei. Eher so weniger. Freuen wir uns, also doch still an dem, was wir haben. Und arbeiten bei uns daran, das uns erhalten bleibt.

Gedanken zur 3. Liga

Die 3. Liga – Fluch oder Segen? Gelobtes Land oder schleichender Tod? Der bei der Gründung vom DFB als Meilenstein gepriesene Zweitliga-Unterbau spaltet bis heute die Geister. Als Wettbewerb durchaus lukrativ ist er von der wirtschaftlichen Seite her äußerst schwer zu stemmen. Klagen darüber werden alljährlich laut. Auch von den Klubs, die der Drittklassigkeit entronnen sind. Wie beispielsweise der 1.FC Union.

Für den 1.FC Wundervoll, der sich gerade anschickt, vielleicht doch noch nach noch höheren Weihen zu greifen (so denn vor allem die Roten Teufel mitspielen), war die 3. Liga vor allem ein ruhmreiches Kapitel der jüngeren Vergangenheit. „Erster Deutscher 3. Ligameister der Welt“, jubelten die antikommerziell eingestellte Köpenicker kommerziell geschickt per Aufstiegs-T-Shirt im Sommer 2009.

Mittlerweile ist die höchste Spielklasse des DFB im fünften Jahr ihres Geschehens angekommen. Zeit also, sich einmal rückblickend wieder ein bisschen mit ihr zu befassen. Wobei es mir hier vor allem um die sportliche Ausrichtung geht, weniger um die Finanzen.

Was die Verringerung des Leistungsgefälles zwischen der DFL-Spielklasse 2. Bundesliga und dem Unterbau angeht, muss man sagen, dass das Projekt ein voller Erfolg ist. Zumindest was die ersten drei Jahre angeht. Von den neun Aufsteigern seit 2009 haben mit Osnabrück und Rostock nur zwei sich nicht gehalten, Düsseldorf reüssiert mittlerweile sogar in der Beletage des deutschen Fußballs, Braunschweig steht kurz davor und auch Union meldet – zumindest für das kommende Jahr – deutliche Ambitionen an.

Noch deutlicher wird es, wenn man bedenkt, dass in der Relegation sich ausnahmslos immer der Drittligist gegen den Tabellen-16. der 2. Liga durchgesetzt hat, während der Bundesliga-16. in 50% aller Fälle (Nürnberg 2009 /Gladbach 2011) die Klassenzugehörigkeit verteidigen konnte. Und nicht zuletzt die Tatsache, dass Jahr für Jahr mindestens ein Aufsteiger sich in oberen Tabellengefilden bis hin zur Relegationsnähe tummelt (2010 Düsseldorf als 4. und Paderborn als 5., 2011 Aue als 5., 2012 Braunschweig als 8.) untermauert diese These weiter. Auch dieses Jahr hat Aufsteiger Aalen diese Tradition fortgesetzt. Das geht nur mit gewachsenen Mannschaften, die nicht kurzfristig in Liga 3 mit dem Ziel Aufstieg zusammengekauft worden waren. Doch dazu später mehr.

Ob das aber weiter so anhält, Liga 3 und Liga 2 weiter so eng miteinander verzahnt bleiben, muss sich zeigen. Denn in dieser Saison sind mit Sandhausen und Regensburg zwei Ex-Drittligisten kurz davor, sich postwendend wieder aus dem Bundesliga-Unterbau zu verabschieden. Vielleicht nur die berühmte Ausnahme von der Regel, auch wenn ich eher denke, dass das ein Zeichen einer Trendwende ist.

Meine These: Seit 2008 haben die Klubs, die rechtzeitig alle notwendigen Maßnahmen auch bezüglich der Infrastruktur und des Nachwuchsbereichs einleitet haben, die Gunst der Stunden für sich entsprechend ausgenutzt. Künftigen Klubs – mit Ausnahme von R(etortenklu)B Leipzig  – werden es nicht mehr schaffen, sich im Lizenzfußball zu etablieren. Aber damit kann man Köpenick sicherlich gut leben.

Doch was passierte denn mit den Absteigern aus der 2. Liga? Die alte Boxregel „They never come back“, erstmals durchbrochen nicht von dem Größten, Muhammad Ali, wie jetzt manch einer vorschnell sagen mag, sondern 1960 von Floyd Patterson,  ist das Damoklesschwer für alle Absteiger. Von neun Absteigern schaffte es nur ein Drittel postwendend wieder zurückzukehren.  In diesem Jahr schickt sich der Karlsruher SC an, diese 1/3-Regel zu untermauern. Für Aachen und Hansa sieht es dagegen mau aus. Denn 33% der Zweitligaabsteiger sind sogar ganz in der Versenkung verschwunden so wie LR RW Ahlen, RW Oberhausen und die TuS Koblenz.

Dazu gibt es deutliche Unterscheide bei den Comeback-Kids. Nur ein finanzstarker Klub wie  Ingolstadt kann den Abstieg als Betriebsunfall reparieren, sich wieder auf Dauer im Bundesliga-Unterbau einnisten. Für Klubs die von Haus aus schwach auf der Brust sind, – da muss man kein großer Phrophet sein – bleibt maximal das Schicksal einer Fahrstuhlmannschaft.

Hier würde nur ein über längere Zeit gewachsenes Team, aus einem strukturstarken Gebeit, dessen Finanzen von Grund auf in Ordnung gebracht worden sind, künftig in die Phalanx der Zweitligisten wieder einbrechen können. Also stetig mitmischen, nicht mal so eben kurz ein Gastspiel geben. Und da sieht es weder bei den von der Insolvenz bedrohten Aachenern, den chronisch klammen Bielefeldern oder Rostock wirklich gut aus. Auch der VfL Osnabrück wird sich mangels Finanzmasse auch nur wieder auf ein Intermezzo in Liga zwei freuen können. So sie denn den Fünfkampf an der Spitze überhaupt für sich entscheiden können.

Womit das Schicksal der 3. Liga sich abzeichnet. Sie wird weiter ausbluten. Klubs werden weiter über ihre Verhältnisse leben, um an die Fleischtöpfe der DFL-Ligen heranzukommen. Die Insolvenz als Folge geht einher mit der sportlichen Diaspora. Noch mehr Tradition geht flöten.  Und Himmel hilf bei dem, was aus den viertklassig, fünfgeteilten Regionalligen droht. Lotte, Elversberg oder Illertissen – derzeit alle berechtigt an den Aufstiegsspielen zur 3. Liga teilzunehmen – sind nicht gerade die Vertreter ihrer Art, die das Ballspiel liebende Publikum in Verzückung geraten ließe. Von drohenden Zweitvertretungen der Lizenzklubs wie Wolfsburg II, Hannover II, Schalke II oder Hoffenheim II wollen wir gar nicht erst anfangen zu reden.

Wodurch die 2008 noch so verheißungsvoll erscheinende Drittklassigkeit künftig noch mehr an Attraktivität verlieren wird. Und die nächste Spieklassenreform, die wiederum nur ein Rumdoktorn am System sein wird, sich schon jetzt abzeichnet.

Ich will mehr

Ja doch, die Meisterschaft wird nicht mehr in Gefahr geraten. Dazu ist der Vorsprung zu groß. Selbst wenn Dortmund (Sorry für alle LeverkusenFfans, die habe ich mangels Konstanz  nicht wirklich als Bayern-Jäger auf dem Schirm) alle seine noch ausstehenden 15 Spiele gewinnen sollte, wird das nicht langen angesichts der 12 Zähler Rückstand. Die Heynckes-Schützlinge müssten quasi jedes dritte Spiel verlieren, damit der Wettbewerb sich dann über die Tordifferenz entscheiden könnte. Und mal ehrlich, glaubt da jemand daran? Okay, Pleiten in Dortmund und eventuell bei Bayern kalkulieren wir einmal ein. Dann vielleicht noch eine Unvorhergesehene. Wären dann wohl immer noch mindestens drei Zähler Vorsprung. Titel Nr. 23, here you are!

Und doch stellt einen dieser Rückrundenauftakt nicht wirklich zufrieden. Ja doch, zwei Spiele, zwei Siege. Aber es fehlt die Leichtigkeit des Seins, die scheinbare Schwerelosigkeit, mit der die SchwatzGelben durch die Liga spazieren. Die kriegen ja gar nicht mit, wenn sie in Rückstand geraten, sondern ziehen ihren Stiefel durch. Und am Ende ist dann alles wieder schick. Die hauen mal so eben Bremen auf deren Geläuf mit 5:0 weg, dann schicken sie den Club mit drei Dingern heim. Die hören nach zwei Buden nicht auf, die sind gierig nach mehr. Die Rennen, Laufen, Machen und Tun. Die streben nur nach der Vizemeisterschaft und nehmen entspannt mit, was da noch kommen mag.

Und seien wir mal ehrlich, ohne die terrodeskehafte Einlage (so ab 0:40) von Molinaro, der sich danach am liebsten einen Gleichnamigen im Plural gegönnt hätte auf den Schreck, hätte das der erste Stolperstein sein können. Das ist zu wenig. Das macht keinen Spaß. das ist Fußballarbeit pur, die man von biederen Durchschnittsteams erwarten würde, nicht aber von so einem Ensemble von Ausnahmekönnern.

Es naht der Februar. Und mit großen Schritten ein Wettbewerb gegen einTeam, von dem wohl nur die Alten an der Isar noch wissen, wie man es bezwingt. Für die Jüngeren unter euch: Es klingt wie ein Lied aus grauer Vorzeit, aber ja, der FC Rumreich zu München hat die Borussia aus Lüdenscheid Nord schon Mal geschlagen. Etwas, was in den letzten sechs Liga- oder Pokalspielen nicht gelungen ist. Schmerzhaft misslungen ist, muss man bei fünf Pleiten anmerken. Und auch das Remis aus der Vorrunde, schmeckte mir nach vierfacher Meisterschaftspein und vor allem der Pokalfinalschmach nicht wirklich.

Malen wir den Teufel also einmal an die Wand. Was passiert, wenn am 27. Februar Die Kloppo-Jünger den nächsten Coup gegen Bayern landen? Das würde so viel Wasser auf ihre Mühlen bedeuten, dass auch die Meisterschaft noch mal spannend wird. Denn eins scheint sicher: Klopp hat denen bestimmt verboten Tabelle zu lesen. Also wissen die gar nicht, wie weit sie den Münchnern hinterherhinken, werden also ihren Stiefel weiter runter spielen, sich an sich selbst berauschen, um dann am Ende …