Die Kritik auf die Kritiker ist schon geschrieben

Das war zu erwarten gewesen. Da sind die Nachrufe auf Pep Guardiola noch nicht geschrieben und schon versuchen sich die Feingeister des schönen Spiels schon in Sachen Vorwärtsverteidigung.  Und das nicht einmal mit dem Florett, sondern dem stumpfen Schwert. Wer es nicht versteht, dem wird von den Apotheotikern der Ballzirkulation flugs Oberflächlichkeit und Unlust am Denken unterstellt. Das ist mir ein bisschen zu einfach. Es ist der klassische Reflex derjenigen, die sich an der grauen Theorie ergötzen, aber das Spiel nie geliebt haben.

Pep von Gottes Gnaden, was hat er nicht alles super-super gemacht. Besser als jeder andere, so lautet die steile These.  Schöner vor allem. Hach! Schon 12/13 vergessen? Oder schlimmer, nicht hingeguckt? Alle Rekorde gebrochen? Hey, ein bisschen klingt das wie Pipi Langstrumpf. Wir machen uns die Welt., wie sie uns gefällt. Wen kümmern schon Fakten? Bis heute unerreichte 91 Punkte in der Liga wurden nicht von dem Katalanen erspielt. Und Siege kamen auch da nicht durch den schnöden Bayern-Dusel zustande. Und  wie war das damals im Halbfinale gegen Barcelona? oder danach im Wembleystadion? Ein gewisser Joseph H. hat da auf der Grundlagenarbeit eines Lous v.G. einen modernen Spielstil kreiert , der den Nobelklub von der Isar zu höchsten Weihen und nicht zweckentfremdeten Ballbesetztdominanzgebahren geführt hat. Irgendwie beschleicht mich hier der Gedanke. dass da kleine bockige Jungs in den elffreundehaften Redaktionsstuben sitzen, die es einfach nicht verwinden können, dass man ihnen ihr Lieblingsspielzeug madig gemacht hat, dass ihr geliebter Ballspielverein von 1909 sich im Finale geschlagen geben musste. was hatten da diese Schöngeister des Spiels für Häme über den FC Bayern ausgespuckt. Es sind die gleichen, die sich an der Hinrunden-Eintagsfliege Hoffenheim nach deren Aufstieg berauschten oder jetzt Red Bull mit freudiger Erwartung entgegensehen. Es sind diejenigen, die immer einem neuen Bayern-Gegner zujubeln, so er denn mal wieder – und sei es kurzfristig – am Horizont erscheint.

Nein, ich schütte keine Häme über pep aus. Er ist ein guter Trainer. Zweifelsohne. Aber einer, der nicht verstanden wird. Und noch schlimmer, den das nicht juckt. Der sich selber nicht jeden Tag verbessern will. Der sich in seinen Elfenbeinturm zurückzieht und das Spiel vergeistigt. Als ob das ein Wert an sich sei.

Drei Meisterschaften in Folge sollen eine Leistung von ihm sein? Ich bitte Sie, das hätte auch ein Felix Magath geschafft. Der sicherte sich immerhin zwei Mal das Double. Das hat der Katalane auch noch nicht vollbracht. Zu oft starben seine Teams in Schönheit. Und er in Hilflosigkeit. In Turin wurde beinahe schon alles verspielt. Im Vorjahr wusste er im DFB-Pokal-Halbfinale den Borussen nichts entgegenzusetzen, als es plötzlich um die Wurst ging. Er verwirrt mit seinen ständigen Rochaden alles und jeden. Und soll am Ende nicht schuld sein? Nicht gescheitert? Das ist mir ein bisschen weit hergeholt.  Nein. Guardiola hat den Bayern nicht gegeben. Und dem deutschen Fußball schon gar nicht. Denn er wäre gar nicht erst auf die Idee gekommen, mit vier Innenverteidigern ein Spiel angehen zu wollen. Lieber wäre er mit vier Mittelfeldspielern im Defensivverbund  in Schönheit untergegangen.

 

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